Paul, Gustav, Zachi und Dani haben ihre Band 01099 nach einer Postleitzahl ihrer Heimatstadt Dresden benannt. Paul verrät, warum heute trotzdem keiner von ihnen mehr dort lebt und wie seine Kindheit aussah.
Eine Schildmütze mit Leopardenmuster auf dem Kopf, große Kopfhörer auf den Ohren und einen Käsekuchen im Ofen – so trifft die Dresdner Regionalredaktion von t-online den Musiker Paul zum Gespräch im Videocall in seiner Wohnung an.
Paul, der seinen vollen Namen nicht öffentlich nennen möchte, ist Teil der Dresdner Band 01099, die 2019 ihr Debüt gab. Mit Hits wie „Frisch“, „Durstlöscher“ oder „Altbau“, verbreiten sie durch eingängige Melodien und Texte über kultige Alltagsdinge nicht nur gute Laune, sie feiern damit auch deutschlandweit Erfolge.
Im Interview spricht er über die Anfänge der Band, seine Liebe zu Sachsen und darüber, warum seine Musik selten politisch ist.
t-online: Paul, wie kam es, dass Sie ausgerechnet die Postleitzahl der Dresdner Neustadt zum Namen Ihrer Band kürten?
Paul: Wir sind alle dort geboren und aufgewachsen. Als wir nach einem Namen für unsere Band gesucht haben, haben wir überlegt, was uns verbindet. Wir sind alle wunderschön und in der Neustadt groß geworden. Weil „Wunderschön“ kein geiler Bandname ist, wurde es 01099.
Wie sah Ihre Kindheit in der Neustadt aus?
Es herrschte eine wohlige Stimmung. Der Hippie-inspirierte Teil der Generation meiner Eltern hat das Stadtviertel selbst gebaut und schön gemacht: die Kunstpassage, die blaue Fabrik auf der Prießnitzstraße, das Stadtfest Bunte Republik Neustadt. Wohlig war auch meine Kindheit – an der Prießnitz und in der Neustadt rumhängen und entscheiden, welche Seite des Doppelspielplatzes in der Talstraße die bessere war.

Zur Person
Paul, geboren in den Nullerjahren in Dresden, ist Musiker und Mitglied der Dresdner Rap-Band 01099. Die Band besteht aus Gustav, Zachi, Paul und Dani, wobei Dani nur noch im Hintergrund mitwirkt. 2019 erschien die Debüt-EP „Skyr“. 2020 steigerte die Single „Frisch“ die Bekanntheit der Band, indem sie vorwiegend über die Plattform TikTok verbreitet wurde. Das erste Soloalbum „Panzerglas Pop“ von Paul erscheint am 4. September.
Das klingt wie eine Kindheit aus dem Bilderbuch. Wie hat sich die Neustadt seitdem verändert?
Dieses Selbstgebaute, teils Provisorische ist weniger präsent. Aber es ist nach wie vor ein alternatives Viertel. Menschen fahren extra von außerhalb nach Dresden, um in der Neustadt ein Bier zu trinken. Es gibt jetzt eine neue Generation Kids, die da aufwächst. Neustadt ist immer noch geil und lebenswert.
Trotzdem sind Sie mittlerweile nach Leipzig gezogen und auch Ihre Bandkollegen leben nicht mehr in Dresden – warum?
Eigentlich wollte ich Musik studieren und Leipzig war naheliegend, weil es nicht weit weg von Dresden ist und immer noch Sachsen. Ich liebe Sachsen. Jetzt tut mir der Abstand zur Heimatstadt, in der ich jeden Stein kenne, gut. Es tut gut, eine andere Stadt zu erleben, etwas anderes zu spüren. Ich schließe aber nicht aus, wieder zurück nach Dresden zu kommen.











