Junge Frau stirbt in Russland
Klinik abgeriegelt – die Spur der Pest führt ins Labor
Aktualisiert am 04.10.2026 – 14:46 UhrLesedauer: 4 Min.

Eine junge Forscherin stirbt in Sibirien an der Pest. Die Behörden in Russland versuchen, den Fall vor der Öffentlichkeit geheim zu halten. In der Region wächst die Panik, während Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt werden.
In Russland versuchen die Behörden der Region Irkutsk, einen Ausbruch der Pest zu verhindern. Gleichzeitig setzen sie alles daran, Informationen über den tödlichen Fall in der Stadt Schelechow von der Öffentlichkeit fernzuhalten: Berichte verschwinden wieder aus dem Netz, offizielle Aussagen werden nachträglich zensiert, in Mitteilungen ist teils nur noch von einer „besonders gefährlichen Infektion“ die Rede.
Dabei geht es um den Tod einer 28-jährigen Laborantin aus Schelechow. Darja S. arbeitete am Irkutsker Forschungsinstitut für Seuchenbekämpfung. Nach Angaben des unabhängigen Mediums „Ljudi Baikala“ zerbrach ihr am 25. September ein Reagenzglas, das Erreger der Lungenpest enthielt. Wenig später wurde sie krank. In der Nacht zum 2. Oktober starb sie im Krankenhaus von Schelechow.
Nach ihrem Tod wurde die stationäre Abteilung des Kreiskrankenhauses unter Quarantäne gestellt. Die Nachrichtenagentur „Iswestija“ berichtete, 197 Kontaktpersonen seien ermittelt worden, 189 von ihnen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden.

FSB soll bereits vor dem Tod von Darja S. involviert gewesen sein
Der Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Kobsew, versuchte am 2. Oktober, die Bevölkerung zu beruhigen. Die ermittelten Kontaktpersonen zeigten bislang keine Krankheitssymptome, teilte er auf Telegram mit. Auch die Ergebnisse der bereits durchgeführten Laboruntersuchungen seien negativ ausgefallen.
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Gleichzeitig bleibt fraglich, wie offen die Behörden über den Fall informieren. Laut „Ljudi Baikala“ (Menschen des Baikals) fand bereits am Abend des 1. Oktober in Irkutsk eine Besprechung statt, an der die Chefs von Sicherheitsbehörden und Verwaltungsstellen der Region teilnahmen. Seit dem vergangenen Donnerstag sollen Einsatzkräfte des Inlandsgeheimdienstes FSB Krankenwagen begleiten, mit denen Menschen aus der Quarantäne zu Untersuchungen gebracht werden.
Zusätzliche Verunsicherung löste eine Warnung der Verwaltung der benachbarten Stadt Baikalsk aus. Sie informierte die Einwohner zunächst auf Telegram über den Fall von Pest in Schelechow und bat sie, Besuche dort sowie in angrenzenden Städten und Siedlungen bis zur Klärung der Umstände einzuschränken. Zwei Stunden später wurde der Beitrag jedoch wieder gelöscht.
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Republikoberhaupt bestätigt Fall von Pest – und rudert zurück
Auch Alexej Zydenow, das Oberhaupt der an Irkutsk grenzenden Republik Burjatien, äußerte sich anfangs deutlicher als die Behörden in der Region selbst. Er schrieb, nach Angaben der russischen Verbraucherschutzbehörde und der Regierung Burjatiens sei die in Irkutsk an der Pest verstorbene Frau nicht nach Burjatien gereist. In der Republik gebe es keine Pestherde, auch nicht in den Gebieten an der Grenze zur Mongolei. Die Infektionsquelle habe mit Burjatien nichts zu tun, schrieb er in dem Kreml-Nachrichtendienst „Max“.











