„Skandalöser Rückstand“

Ostrentner bekommen Tausende Euro weniger


Aktualisiert am 28.05.2026 – 15:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Rentenbescheid: Viele Rentner im Osten haben ein kleineres Einkommen als die im Westen. (Quelle: IMAGO/Lobeca/Ralf Homburg/imago)

Wer in Ostdeutschland eine Rente bezieht, bekommt im Schnitt deutlich weniger Geld als jemand aus dem Westen. Das geht aus neuen Zahlen hervor.

Rentner in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben im Schnitt mehrere Tausend Euro weniger Einkommen im Jahr zur Verfügung als Rentner in den West-Bundesländern. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die das Bündnis Sahra Wagenknecht erfragte. „Das ist für Ostrentner ein skandalöser Rückstand. Von einer Renteneinheit sind wir auch 36 Jahre später meilenweit entfernt“, sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur.

Laut Statistischem Bundesamt bekamen im vergangenen Jahr Frauen und Männer ab 65 Jahren in Sachsen im Schnitt 25.202 Euro. In Sachsen-Anhalt waren es 25.090 Euro und in Thüringen 26.032 Euro – im Westen dagegen 29.577 Euro. Zwischen Frauen und Männern gibt es noch einmal Unterschiede, bei Frauen fällt das Einkommen geringer aus.

  • Altersvorsorge-Index: Deutsche verlieren Vertrauen in gesetzliche Rente

BSW kündigt Renten-Protest an

Die Summen beschreiben das sogenannte Nettoäquivalenzeinkommen. Dahinter verbirgt sich ein statistisches Pro-Kopf-Einkommen. Es macht den tatsächlichen Lebensstandard von Haushalten unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung vergleichbar, da Positionen wie die gemeinsam getragene Miete und der geringere Konsumbedarf von Kindern berücksichtigt werden.

„Sollte die Bundesregierung nach den Plänen der Rentenkommission jetzt auch noch das Rentenniveau kürzen, dann wäre das vor allem auch ein Schlag gegen Ostrentner, weil sie in der Regel nur die gesetzliche Rente haben“, argumentierte Wagenknecht. Sollte das so kommen, werde das BSW „zu Rentenprotesten aufrufen und die Ostwahlen zur Volksabstimmung gegen die Rentenreform machen“.

Wirtschaftsweise empfehlen Reform der Rente

Die Bundesregierung plant noch in diesem Jahr eine große Rentenreform. Bis zur Sommerpause soll dazu eine Expertenkommission Vorschläge erarbeiten. Am Mittwoch legten die Wirtschaftsweisen ihr Frühjahrsgutachten vor, darin warnten sie vor einem Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge in den nächsten Jahren. Reformbedarf sehen sie vor allem bei den Krankenkassen und der Pflege – auch da will die Regierung rangehen.

Aber auch bei der Rente sehen die Ökonomen Reformbedarf. Die Vorsitzende des Gremiums, Monika Schnitzer, sagte allerdings, dass sie da kaum noch Hoffnung habe. „Bei der Rentenversicherung haben wir uns da echt die Zähne ausgebissen. Da ist überhaupt nie etwas vorangegangen“.

Share.
Die mobile Version verlassen