Diskussion um Persönlichkeitsrechte
ORF nimmt Kampusch-Doku aus dem Programm
Aktualisiert am 15.03.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Der ORF hat eine geplante Dokumentation über Natascha Kampusch zurückgezogen. Sie sollte das Leben des ehemaligen Entführungsopfers beschreiben.
Eine Dokumentation über das Leben von Natascha Kampusch, die acht Jahre lang von einem Mann gefangengehalten wurde, ist zurückgezogen worden. Der ORF gab bekannt, den Film mit dem Titel „Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit“ vorerst nicht wie geplant am kommenden Montag auszustrahlen.
Als Grund werden „unterschiedliche Auffassungen betreffend die Persönlichkeitsrechte von Natascha Kampusch“ angegeben, wie die österreichische „Kronen Zeitung“ berichtet. Um sich Zeit für eine entsprechende finale Abklärung zu geben, verzichte man vorerst auf die Ausstrahlung, hieß es in einer Aussendung des öffentlich-rechtlichen Senders.
Die damals zehnjährige Schülerin wurde am 2. März 1998 auf dem Schulweg in Wien von dem Techniker Wolfgang Priklopil entführt und über acht Jahre lang in einem Verlies unter seinem Haus festgehalten. Der Fall gilt als einer der bekanntesten Kriminalfälle Europas der 2000er-Jahre. Kampusch gelang am 23. August 2006 die Flucht, als sie während Arbeiten im Garten ihres Entführers einen unbeobachteten Moment nutzte. Kurz darauf nahm sich Priklopil das Leben.
Die Medienrechtsanwältin Maria Windhager sprach von einer „massiven Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches“. Nach Angabe des „Standard“ sollen sich auch Ärzte von Kampusch gegen die Ausstrahlung ausgesprochen haben. Der Weiße Ring, der sich um Verbrechensopfer kümmert, begrüßte laut „Krone“ die Entscheidung des ORF. Man habe dem Sender Bedenken über die Ausstrahlung genannt und vor einer Retraumatisierung gewarnt.











