Verkehrschaos in der Hauptstadt
A100: Opposition fordert verbessertes Umleitungskonzept
27.03.2025 – 11:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei der BVG geht wegen des Streiks fast gar nichts, und im Westen Berlins herrscht Verkehrschaos wegen der maroden A100-Brücke. Im Abgeordnetenhaus muss sich die Verkehrssenatorin der Kritik der Opposition stellen.
Die Fraktionen der Grünen und der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus haben harte Kritik an Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) geübt. Mit Blick auf die aktuelle Situation auf den Straßen und Schienen der Hauptstadt sprach Grünen-Fraktionschef Werner Graf in einer Aktuellen Stunde von einer „Katastrophe, die die Berliner ausbaden müssen“.
Hintergrund ist das derzeitige Verkehrschaos in der Hauptstadt. Autofahrer müssen seit der Teil-Sperrung der A100-Brücke über die Ringbahn in Charlottenburg-Wilmersdorf Umwege und längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Zuvor war ein Riss in dem Bauwerk entdeckt worden. Außerdem geht noch bis Freitagmorgen bei Bussen und Bahnen der BVG wegen eines Streiks fast nichts.
Ein ausreichendes Umleitungskonzept für die A100 habe Ute Bonde nicht vorgelegt, sagte Graf weiter. Grüne und Linke forderten eine Entlastung für die umliegenden Wohnstraßen, durch die ein Großteil des Verkehrs gerade umgeleitet wird.
„Tun Sie alles dafür, den Schwerlastverkehr aus den Kiezen zu verbannen“, forderte Kristian Ronneburg, der verkehrspolitische Sprecher der Linken, vom Senat und Verkehrssenatorin Bonde.
Über die betroffenen Anwohner sagte Graf: „Sie leben nun mit Lärm, schlechter Luft und der Gefahr, dass auch noch die Wasser- und Stromleitungen unter den Straßen brechen.“ Schäden an den Leitungen könnten durch Schwerlastverkehr über die dafür nicht ausgelegten Straßen entstehen. Außerdem kritisierte Graf, dass unklar sei, wie lange die chaotischen Zustände auf der A100 in der Umgebung im Südwesten Berlins noch anhalten.
Bonde verwehrte sich gegen die Kritik. Diese lege nahe, dass die aktuelle Koalition für marode Infrastruktur und Tarifstreit bei der BVG verantwortlich sei. „Aber wir haben diese Themen geerbt“, sagte die Senatorin. Ihre Verkehrsverwaltung sei lange Zeit von den Grünen und deren heutiger Co-Fraktionsvorsitzender Bettina Jarasch geführt worden. Sie habe sich dafür entschieden, das angesprochene Erbe nicht auszuschlagen, sondern Verantwortung zu übernehmen, so Bonde.