„Kein Konsumfest“
Online-Händler sperrt seinen Shop für zwei Tage
04.04.2026 – 01:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Online-Händler sind rund um die Uhr geöffnet – das ist der Normalfall. Der Chef von buero.de hat sich an Karfreitag und Karsamstag bewusst dagegen entschieden.
Markus Schön, Vorstandschef des Online-Händlers buero.de mit Sitz in Detmold, schließt seinen Shop an Karfreitag und Karsamstag. Auf der Startseite erschienen stattdessen Hinweise, die Kunden vom Kauf abhalten sollten, darunter die Frage: „Brauchst Du diesen Kauf heute wirklich?“ und „+++ NO SALE +++ KEIN VERKAUF +++“
Auf dem Karriereportal LinkedIn begründete Schön seine Entscheidung ausführlicher. Es sei an der „Zeit, Zeichen zu setzen“. Am Karfreitag, dem Todestag von Jesus Christus, werde der christliche Glaube „immer weiter in den Hintergrund gedrückt. Vieles andere scheint wichtiger zu sein.“ Ostern sei zu einem Konsumfest verkommen, so Schön: „Ostern ist nicht das Fest eines Hasen, der Eier bringt. Es ist kein Konsumfest.“ Der christliche Glaube „verdient gerade am Karfreitag und den bald folgenden Ostertagen mehr Beachtung.“
Nicht alle Kunden nahmen die Aktion wohlwollend auf. Einige drohten laut Schön, künftig bei Amazon zu bestellen. Dem entgegnete er in seiner Stellungnahme: „Wenn wir das verlieren, sind fünf-, sechs- oder siebenstellige Umsätze egal. Dann verlieren wir als Gesellschaft unsere Zukunft und unsere Perspektive.“
Dafür gab es Unterstützung. Ein Kommentator schrieb: „Gegenpol zu den ‚Wenn ihr es nicht nötig habt‘-E-Mails: Ich werde mir gerade WEGEN dieser Aktion ab nächste Woche Dienstag euer Portfolio intensiver anschauen.“ Ein anderer schrieb: „Ich unterstütze diese Entscheidung ausdrücklich. Ich finde es sehr wertvoll und mutig, wenn wir als Gesellschaft nicht nur an unsere Geschichte und unsere christlichen Werte erinnert werden, sondern sie auch bewusst leben.“
Wer dennoch bestellen wolle, müsse sich nicht lange gedulden: „Buero.de ist nächste Woche auch noch da“, hieß es auf der Seite des geschlossenen Shops.











