5. September 1972
Tragisches Ende der „heiteren Spiele“: Olympia-Attentat jährt sich
Aktualisiert am 04.09.2026 – 18:44 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Olympischen Sommerspiele 1972 wurden von einem palästinensischen Terroranschlag überschattet. Nun jährt er sich zum 54. Mal. Was damals geschah.
Die Olympischen Sommerspiele 1972 gingen in die Geschichte ein, jedoch anders als geplant: elf ermordete israelische Sportler, das jähe Ende der „heiteren Spiele“ und ein gescheiterter Befreiungsversuch vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Am Samstag (5. September) erinnert die Stadt an den 54. Jahrestag des Attentats.
Doch die Ereignisse des 5. September 1972 zogen auch langfristige Entwicklungen nach sich, wie etwa die Gründung des GSG 9, einer Spezialeinheit der Bundespolizei. Was genau passiert ist und was danach geschah, zeichnet das Jüdische Museum am Jahrestag nach.
Der Traum von den „heiteren Spielen“ in München
Es sollten heitere und bunte Spiele werden. Die Stadt bereitete sich über mehrere Jahre auf das Ereignis und seine Gäste vor, stampfte das Olympiastadion aus dem Boden und ließ U-Bahnen errichten. Olympia in München sollte zum Gegenentwurf der letzten Spiele in Deutschland werden: 1936 in Berlin hatte Adolf Hitler sie zur Propagandashow im faschistischen Deutschland gemacht.

27 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sollte der Welt ein neues, friedliches und freies Deutschland präsentiert werden. Polizisten, die rund um das Olympische Dorf postiert waren, trugen deshalb auch keine Waffen.
Palästinensische Terroristen nehmen israelische Sportler als Geiseln
Am Tag des Attentats, dem 5. September 1972, neigten sich die Olympischen Sommerspiele bereits dem Ende zu. In den frühen Morgenstunden dieses Tages stürmten acht Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe „Kommando Schwarzer September“ ein Haus in der Connollystraße 21, das Quartier der israelischen Mannschaft im Olympischen Dorf.

Zwei Israelis wurden von den Terroristen sofort erschossen, Ringer-Coach Mosche Weinberg sowie Gewichtheber Yossef Romano. Weitere neun israelische Sportler nahmen sie als Geiseln und forderten die Freilassung von 200 in Israel inhaftierten Arabern.
Befreiungsversuch endet im Feuerhagel
Der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) brachte die Terroristen gemeinsam mit Polizeipräsident Manfred Schreiber in Verhandlungen dazu, am Abend mit den Geiseln zum Flugplatz Fürstenfeldbruck zu kommen. Dort wollten die Polizisten die Geiseln eigentlich befreien, doch der Plan ging nicht auf: Das Treffen endete im Desaster. Fünf der acht Terroristen, ein Polizist und alle neun israelischen Sportler starben in einem Feuergefecht.











