Topstar Dembélé findet nicht ins Turnier
Der Weltfußballer passt nicht in Frankreichs System
Aktualisiert am 22.06.2026 – 14:51 UhrLesedauer: 6 Min.

Frankreich reist mit großen Ambitionen zur WM 2026. Die Qualifikation stimmt, der Kader ist prominent besetzt – doch eine zentrale Frage begleitet das Turnier von Beginn an.
Kylian Mbappé, Michael Olise und der amtierende Weltfußballer Ousmane Dembélé: Um diese drei Über-Fußballer eine WM-Elf zusammen zu puzzeln, das klingt wie die schönste Aufgabe, die ein Trainer haben kann. In der Offensive ist der französische Kader nominell besser besetzt als jeder andere im Turnier. Jeder dieser Namen schreit eigentlich: Weltmeister!
Allerdings: Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hat dieses Puzzle bislang noch nicht richtig zusammengesetzt bekommen. Stand jetzt blockieren sich die Superstars noch gegenseitig, anstatt einander zu beflügeln.
Das Spiel des amtierenden Vize-Weltmeisters ist auf die Explosivität von Mbappé zugeschnitten, der als Mittelstürmer gegen den Senegal zweimal traf. Dembélé wurde auf dieser Position Champions League-Sieger mit PSG, kann aber auch als Linksfuß über den rechten Flügel kommen. Dort allerdings spielt Michael Olise, und der hat sich beim FC Bayern München zum vielleicht besten Rechtsaußen der Welt entwickelt. Gegen seinen an Arjen Robben erinnernden Zug zur Mitte mit Abschluss ins lange Eck hat kaum ein Verteidiger weltweit eine passende Antwort.
Wohin also mit Dembélé, scheint Deschamps‘ Luxusproblem zu lauten? Gegen den Senegal begann der Ballon d’or-Gewinner hängend hinter Mbappé, hing aber komplett in der Luft. In der zweiten Halbzeit wechselten er und Olise die Seiten. Das funktionierte zwar besser, doch auch hier schien Dembélé sich nicht völlig wohlzufühlen: Während Olise und Mbappé immer bessere Chemie miteinander entwickeln, schien Dembélés Rolle sich im Wesentlichen darauf zu beschränken, seinen kongenialen Partnern aus dem Weg zu gehen.
Die Positionen dieser drei Top-Spieler muss Deschamps möglichst schnell miteinander vereinen, bevor Missstimmung entstehen kann. Mbappé sah sich gegenüber den Medien bereits genötigt, Dembélé gegen aufkeimende Kritik zu verteidigen, der sich umgekehrt nicht lange in die Rolle des „Problemfalls“ drängen lassen wird.
Wahr bleibt aber: Auch ohne den Weltfußballer könnte Frankreich eine herausragende Angriffslinie bilden: Rayan Cherki von Manchester City ist wie geschaffen für die von Dembélé ungeliebte Zehnerposition, und ohne Dembélé könnten Olise und Mbappé auf ihren Lieblingspositionen spielen. Die Konstellation birgt Sprengstoff, denn Dembélé wird sich kaum freiwillig auf die Bank setzen.
So hat sich Frankreich für die Weltmeisterschaft qualifiziert
Die französische Nationalmannschaft hat sich den Weg zur WM 2026 leicht gemacht. In der europäischen Qualifikationsgruppe D übernahmen „Les Bleus“ rasch die Kontrolle, ließen sich auch von zähen Spielphasen nicht aus der Ruhe bringen und sammelten Sieg um Sieg. Nur das Rückspiel gegen Island löste kurze Unruhe aus. Die Mannschaften trennten sich 2:2.
Der Schlusspunkt folgte im November 2025. Beim 4:0 gegen die Ukraine und 3:1 gegen Aserbaidschan zeigte Frankreich noch einmal seine ganze Bandbreite. Kylian Mbappé traf gegen die Ukraine doppelt, auch Michael Olise und Hugo Ekitiké durften über ihre Treffer jubeln. Es war ein Spiel, das sinnbildlich für diese Qualifikation stand: strukturiert, effizient, ohne überflüssige Risiken. Mit fünf Siegen und einem Remis machte Frankreich das Ticket souverän klar – und konnte frühzeitig den Blick Richtung Nordamerika richten.











