Studie zu psychischer Gesundheit
Was senkt das Risiko: Sich oft bewegen oder intensiv?
07.09.2026 – 17:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Studie mit mehr als 10.000 Probanden zeigt: Für die Psyche könnte häufige Bewegung wichtiger sein als intensives Training.
Depressionen und Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen. Gerade der Übergang ins Studium kann eine belastende Lebensphase sein. Eine norwegische Studie liefert nun Hinweise darauf, dass insbesondere regelmäßige Bewegung mit einem geringeren Erkrankungsrisiko einhergehen könnte. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Plos One“.
Was wurde untersucht?
Für die Studie wertete das Forschungsteam der Western Norway University of Applied Sciences Daten von 10.460 Studenten und Studentinnen zwischen 18 und 35 Jahren aus. Zu Beginn machten die Teilnehmer Angaben dazu, wie häufig und wie intensiv sie sich bewegten und wie lange die einzelnen Einheiten dauerten. Als Bewegung zählten dabei ganz unterschiedliche Aktivitäten – etwa Spazierengehen, Skifahren, Schwimmen oder anderer Sport.
Ein Jahr später erfassten die Wissenschaftler mithilfe eines standardisierten Online-Fragebogens, ob die Studierenden die Kriterien für eine Depression oder eine generalisierte Angststörung erfüllten. Das Ergebnis: Wer sich seltener bewegte, war häufiger von einer dieser psychischen Erkrankungen betroffen. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei der Häufigkeit der Bewegung.
Im Vergleich zu täglich körperlich aktiven Studierenden hatten Frauen, die nie oder nur selten Sport trieben, nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren ein um 15 Prozent höheres Risiko für eine Depression oder Angststörung. Bei Männern lag es um 33 Prozent höher.
Auch die Bewegungszeit pro Woche spielte eine Rolle: Mit zunehmendem Umfang sank das Risiko zunächst. Ab etwa zehn Stunden pro Woche schwächte sich der Zusammenhang jedoch ab.
Intensität nicht entscheidend
Weniger eindeutig waren die Ergebnisse, wenn es um Intensität und Dauer einzelner Bewegungseinheiten ging: Bei Frauen war eine geringe Intensität mit einem höheren Risiko verbunden, bei Männern waren kürzere Einheiten ungünstiger. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass leichte oder kurze Bewegung grundsätzlich keinen Nutzen für die psychische Gesundheit hat. Entscheidend ist, überhaupt in Bewegung zu kommen und dranzubleiben.
Bewegung muss kein Leistungssport sein
Den Autoren zufolge zeigen die Ergebnisse, „dass Studierende, die regelmäßig körperlich aktiv sind, langfristig ein geringeres Risiko für psychische Erkrankungen haben“. Die Daten sprächen dafür, Bewegung möglichst „zu einem zugänglichen und natürlichen Teil des Studienlebens zu machen“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen ohnehin mindestens 150 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität pro Woche.
Bewegungsempfehlungen der WHO
Die WHO rät pro Woche zu 150 bis 300 Minuten Bewegung mit moderater Intensität – etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Alternativ sind 75 bis 150 Minuten intensive Bewegung möglich, etwa Joggen, schnelles Radfahren oder zügiges Schwimmen. Moderate und intensive Bewegung lassen sich auch miteinander kombinieren.
Die Studie hat allerdings Einschränkungen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann sie keine Ursache-Wirkung-Beziehung beweisen. Ob regelmäßige Bewegung direkt vor Depressionen und Angststörungen schützt, lässt sich damit also nicht belegen. Ebenso könnten etwa erste psychische Beschwerden dazu führen, dass Menschen weniger aktiv sind.











