„Ich habe es verbockt“
Münchner Oberbürgermeister verliert sein Amt
Aktualisiert am 22.03.2026 – 19:21 UhrLesedauer: 2 Min.
München hat an diesem Sonntag einen neuen Oberbürgermeister gewählt. Jetzt räumt Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) eine herbe Niederlage ein.
In der Stichwahl um den Posten des Münchner Oberbürgermeisters liegt Dominik Krause von den Grünen vorn. Nach Auszählung von 495 von 926 Wahlbezirken kam der 35-Jährige auf 59,1 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) erreichte demnach nur 40,9 Prozent.
Inzwischen hat Reiter seine Niederlage eingeräumt. „Ich habe es verbockt“, sagte der bisherige Münchner Bürgermeister am Wahlabend – und gratulierte Krause. Zugleich kündigte Reiter das Ende seiner politischen Karriere an. Bei der Wahlparty der Grünen brandete unterdessen Jubel auf, als die erste Tendenz bekannt wurde.
Die Wahl in München war so spannend wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Lange galt Amtsinhaber Reiter als unangefochtener Favorit. Doch dann wurde bekannt, dass er schon seit Jahren Geld vom FC Bayern München für einen Posten in dessen Verwaltungsbeirat bekommen hatte und sich dies nicht – wie er es hätte tun müssen – vom Stadtrat genehmigen ließ. Vor allem wegen seines Umgangs damit stand Reiter massiv in der Kritik.
Nach großem öffentlichem Druck räumte er Fehler ein und trat vom Posten des Verwaltungsbeirats und auch von dem des Aufsichtsrats, den er gerade erst übernommen hatte, zurück.
Im ersten Wahlgang am 8. März hatte er zwar mit 35,6 Prozent vor Krause mit 29,5 Prozent gelegen. Im Vergleich zu 2020 war das aber ein Minus von mehr als zwölf Prozentpunkten für Reiter. Und dass Reiter überhaupt noch vor Krause gelegen hatte, war vor allem auf die Briefwähler zurückzuführen, von denen ein Großteil noch vor Bekanntwerden der Affäre abgestimmt hatte. Nach den nur am Wahltag selbst abgegebenen Stimmen lag Krause vor Reiter.











