Temperaturen bis zu 38 Grad

Hitzewelle: Damit helfen Sie Obdachlosen am meisten


22.06.2026 – 16:44 UhrLesedauer: 2 Min.

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Eine Person schläft auf der Straße (Symbolbild): In München sind einige Menschen schonungslos der Hitze ausgeliefert. Eine Expertin weiß, wie ihnen mit einfachen Mitteln geholfen werden kann. (Quelle: IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

Es bleibt heiß in München. Die Temperaturen steigen im Laufe der Woche auf bis zu 38 Grad. Für Menschen, die auf der Straße leben, ist das Extremwetter kaum zu ertragen.

Anja Sauer ist verzweifelt. Die Vorsitzende der Münchner „Aktion Brücke e.V.“ beobachtet in den letzten Wochen einen rasanten Anstieg der Obdachlosenzahlen in Bayerns Landeshauptstadt. Rund 300 neue Gesichter habe sie zuletzt bei der wöchentlichen Essensvergabe der Organisation gezählt, schildert sie im Gespräch mit t-online. „Es ist schlimm. Wirklich schlimm“.

Obendrauf kommt: Die Situation für Menschen, die in München auf der Straße leben, spitzt sich mit steigenden Temperaturen noch einmal zu. Für die Ehrenamtlichen sei die Arbeit in der Hitze körperlich anstrengend, sagt Sauer. Zugleich hätten die Helfer danach etwas, das vielen Wohnungslosen fehle: eine Dusche, ein Getränk oder ein Eis aus dem Kühlschrank, eine Wohnung, die Schatten und Schutz vor der Sonne spendet.

Kampf gegen Dehydrierung und Kreislaufprobleme

Das Team der „Aktion Brücke e.V.“ arbeite deshalb auf Hochtouren, um die Menschen auf der Straße bei der Hitze zu unterstützen. Während im Winter Tee ausgegeben werde, steige man im Sommer auf frische Säfte um, um Dehydrierung und Kreislaufproblemen vorzubeugen.

Helfende Hände: 140 Ehrenamtliche sind derzeit bei der „Aktion Brücke e.V“ im Einsatz. (Quelle: „Aktion Brücke e.V“)

Zudem hat die Initiative eine Trinkbrunnenliste erstellt. Sie steht auf der Website der „Aktion Brücke e.V.“ und wird auch ausgedruckt an die Menschen weitergegeben. Doch das löst nicht jedes Problem. „Auch der beste Trinkbrunnen nützt natürlich nichts, wenn keine Gefäße da sind, um sich das Wasser abzuschöpfen“, sagt Sauer.

Hinzu kommt: Viele Trinkbrunnen liegen an zentralen Orten. Dort fühlten sich viele Wohnungslose nicht wohl. Anja Sauer: „Nach München kommen viele Touristen und da sind Obdachlose halt einfach nicht gerne an belebten Orten gesehen“, sagt sie. Viele Menschen auf der Straße hätten das Gefühl, „nicht ins Stadtbild“ zu passen, sie hätten auch Angst vor Übergriffen.

So können Sie Obdachlosen bei Hitze am besten helfen

Wer den Menschen auf der Straße helfen möchte, sollte nach Sauers Einschätzung die Menschen am besten offen und freundlich ansprechen und fragen, was sie gerade benötigen. Wasserflaschen seien im Sommer oft eine gute Hilfe, gerade mit Pfand. „25 Cent können für jemanden in einer hilflosen Situation entscheidend sein“, sagt Sauer.

Wenn eine Person nicht mehr ansprechbar sei, müsse Hilfe gerufen werden. Ist jemand ansprechbar, lehnt Hilfe aber ab, sollte das respektiert werden, sagt Sauer. Auch wenn es schwerfalle.

Gesucht: Sachspenden und Helfer bei der Essensausgabe

Wer die Münchner Hilfsorganisation unterstützen möchte, kann dies unverbindlich tun. Am dringendsten braucht die Organisation „Aktion Brücke e.V.“ aktuell Menschen, die bei der Essensausgabe und beim Erwärmen der Mahlzeiten helfen. Schon ein bis zwei Einsätze im Monat könnten viel bewirken.

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