Bis zu 320 km/h

Neuer Hochgeschwindigkeitszug soll ab Köln Hauptbahnhof fahren


10.08.2026 – 09:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Hochgeschwindigkeitszug von Italo (Archivbild): Der italienische Zugbetreiber plant, ab 2028 in Deutschland zu fahren – auch über den Kölner Hauptbahnhof. (Quelle: mne_len via imago-images.de/imago)

Der italienische Eisenbahnkonzern Italo plant in den deutschen Markt einzusteigen. Ein wichtiger Standort ist dabei der Kölner Hauptbahnhof.

Die Hochgeschwindigkeitszüge des italienischen Zugbetreibers Italo könnten schon bald in Köln und Deutschland zum Einsatz kommen. Ende Juli bestellte der Konzern 26 neue Hochgeschwindigkeitszüge bei Siemens Mobility in Nordrhein-Westfalen. Sie sollen unter anderem auf den deutschen Zugstrecken zum Einsatz kommen. Italo will damit der Deutschen Bahn Konkurrenz machen.

Die bisher zum Einsatz kommenden Modelle AGV und Italo EVO erreichen Spitzengeschwindigkeiten zwischen 250 und 300 km/h. Italo will spätestens ab Mitte 2028 das deutsche Schienennetz nutzen. Die Velaro-Hochgeschwindigkeitszüge von Velaro sollen Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h erreichen.

Eine der beiden ausgewählten Hauptstrecken führt dabei von Dortmund über den Kölner Hauptbahnhof nach München. Tausende Pendler könnten von dem Angebot profitieren.

Köln Hbf: Neue Hochgeschwindigkeitszüge von Italo starten bald

Bis zu 50 tägliche Verbindungen schweben Italo dabei vor. Neben stündlichen Zügen auf der Verbindung zwischen Dortmund, Köln und München planen die Verantwortlichen auch ein Angebot auf der Strecke zwischen Hamburg, Frankfurt am Main und München im Zwei-Stunden-Takt. Italo erhofft sich offenbar eine große Nachfrage: Das Unternehmen hat bei Siemens bereits eine Option für 14 weitere Züge hinterlegt.

  • Deutsche Bahn: Zugstrecke Köln-Düsseldorf wird gesperrt – Ausfälle angekündigt
  • Umfangreicher Ersatzverkehr: Deutsche Bahn: Großbaustelle bei Köln führt zu neuen Ausfällen

In Italien macht der Konzern bereits dem staatlichen Eisenbahnunternehmen FS Konkurrenz und bietet Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen zahlreichen italienischen Großstädten an. In Deutschland hatte es Streit mit der DB InfraGo gegeben, die über die Nutzung der Bahntrassen in der Bundesrepublik entscheidet.

Züge mit 320 km/h: Italo macht Deutscher Bahn in Deutschland Konkurrenz

Nach monatelangen Verhandlungen musste die Bundesnetzagentur als höhere Instanz entscheiden: Sie erklärte, dass die Deutsche Bahn mindestens 25 Prozent ihrer Kapazitäten an Wettbewerber vergeben müsse. Bislang nutzt die Bahn das deutsche Schienennetz zu 95 Prozent, einziger Mitbewerber ist das Unternehmen Flix mit den Flixtrains. Sie fahren unter anderem auch in Nordrhein-Westfalen.

Noch ist unklar, zu welchem Datum Italo in den deutschen Markt einsteigen wird. Demnach können auch noch keine Zugtickets gebucht werden. Fahrgastverbände und Gewerkschaften warnen vor einem überlasteten Streckennetz durch die zusätzlichen Züge. Sie fürchten, dass dadurch das bisherige Angebot im Regional- und Fernverkehr reduziert werden könnte.

Share.
Die mobile Version verlassen