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Home » OB-Kandidaten über Großbauprojekte – „galoppierende Kosten“
Deutschland

OB-Kandidaten über Großbauprojekte – „galoppierende Kosten“

Von zeit-heute.deFebruar 12, 20264 Min Gelesen
OB-Kandidaten über Großbauprojekte – „galoppierende Kosten“
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OB-Kandidaten über Großbauprojekte – „galoppierende Kosten“

Gibt es nicht wichtigere Probleme, Frau Walthelm?

Walthelm: Beim Club ist immer viel Leidenschaft dabei. Ich habe aber den Eindruck, dass der Stadionumbau etwas gehypt wird. Für viele Menschen ist das ein Thema unter vielen. Trotzdem ist es richtig, dass das Stadion umgebaut und modernisiert wird. Wir sollten aber keine Luftschlösser bauen. Wichtig ist mir zudem, dass die Bäume neben dem Stadion stehen bleiben. Der Dutzendteich ist ein wichtiger Mikrokosmos für Naherholung.

Und wie sehen Sie die Stadionfrage, Herr König?

König: Wir sind eine Sportstadt und mir ist deshalb wichtig, dass wir in den Sport investieren – in den Breitensport wie den Leistungssport. Wir haben den Freistaat an der Seite, das hat Markus Söder beim 125. Geburtstag des Vereins gesagt. Jetzt müssen wir das Projekt auf die nächste Stufe bringen – zum Beispiel mit den Olympischen Spielen. Wenn die in Bayern ausgetragen werden, muss Nürnberg Austragungsort werden. Wir müssen generell Großveranstaltungen in die Stadt bringen, das ist ein Wirtschaftsfaktor.

  • Zahlt der Freistaat den Stadionumbau? Staatskanzlei äußert sich

Jetzt sind wir schon wieder beim Freistaat und dem Ministerpräsidenten gelandet. Von wie vielen Projekten müssen wir uns verabschieden, wenn eines Tages kein Nürnberger mehr in der Staatskanzlei sitzt?

König: Jeder nutzt seine zwischenmenschlichen Kontakte. Das ist gut so. Deshalb bin ich dafür, dass wir weiter zu dritt gemeinsam diese Stadt gestalten. Wir müssen daran arbeiten, dass die, die in Deutschland Entscheidungen treffen, nachts von Nürnberg träumen. Egal, welches Parteibuch sie haben.

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Zeit zum Anstoßen (Archivbild): Ministerpräsident Markus Söder (l.) und Marcus König (r.) sind Parteifreunde. (Quelle: NEWS5 / Deyerler)

Ein weiteres Projekt, das Geld erfordert, ist das Opernhaus. 2028 eröffnet die neue Spielstätte in der Kongresshalle. Wie es mit dem Opernhaus am Richard-Wagner-Platz weitergeht, ist unklar. Dabei hieß es zunächst, dass nur eine Ausweichspielstätte für die Oper gebaut wird. Wurde die Stadtgesellschaft getäuscht?

Walthelm: Wir investieren jetzt erst einmal in einen sehr guten Standort in der Kongresshalle, dafür habe auch ich mich jahrelang eingesetzt. Das ist ein Experiment, Kultur in dieses Gebäude zu bringen. Das halte ich für den richtigen Weg.

Es ist aber keine Ausweich-, sondern eine dauerhafte Spielstätte.

Walthelm: Es gibt viele Städte, die ihre Häuser sanieren müssen. Teils steigen die Kosten exorbitant an. Deswegen gehört es zu einer seriösen Politik, dass wir sagen: eines nach dem anderen. Erst einmal bauen wir an der Kongresshalle fertig, dann planen wir am Opernhaus weiter.

König: Ich finde, wir setzen mit der neuen Spielstätte in der Kongresshalle ein Statement. Wir besetzen einen Ort der Unkultur dauerhaft mit Kultur. Wir wollten dort zuerst nur eine Ausweichmöglichkeit für das Opernhaus schaffen. Die Resonanz der internationalen Gutachter war aber so hervorragend, dass wir gesagt haben, wir bauen eine dauerhafte Spielstätte.

Marcus König (l.), Britta Walthelm und Nasser Ahmed in der Nürnberger Redaktion von t-online: Die drei OB-Kandidaten kennen sich schon seit Jahren.Vergrößern des Bildes
Marcus König (l.), Britta Walthelm und Nasser Ahmed in der Nürnberger Redaktion von t-online: Die drei OB-Kandidaten kennen sich schon seit Jahren. (Quelle: t-online/David Oßwald)

Und was passiert nun mit dem Opernhaus?

König: Wir wollen auch das Opernhaus dauerhaft erhalten. Aber was da hineinkommt – ein Konzertsaal, doch wieder Räume fürs Theater oder etwas komplett anderes – muss sich zeigen. Das werden wir mit der Stadtgesellschaft diskutieren, wenn die Oper in die Kongresshalle gezogen ist.

Ahmed: Wir sollten jetzt nicht den Fehler machen, nur über Großprojekte zu sprechen. Wir dürfen auch die kleinen Theater, die Kindertheater und die Kulturläden in unserer Stadt nicht vergessen. Deshalb müssen wir abwägen, was wir ab 2028 mit dem Opernhaus machen. Stand jetzt kann ich deshalb nicht sagen, was damit passieren wird.

Frau Walthelm, Herr Ahmed und Herr König, vielen Dank für das Gespräch.

Das war Teil 3 des Streitgesprächs der OB-Kandidaten. Bereits erschienen sind Teil 1, der sich mit den Persönlichkeiten hinter den Politikern beschäftigt, sowie Teil 2, in dem die Politiker darüber sprechen, wie Nürnberg bezahlbar bleiben soll. In den nächsten Teilen geht es darum, wie die OB-Kandidaten die Innenstadt beleben wollen und was sie mit dem Kaufhof vorhaben.

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