Keime und Klimaanlage
Schiffsarzt: Diese Krankheit gibt es auf Kreuzfahrten kaum noch
Aktualisiert am 19.04.2026 – 09:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Krankheitsausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen schaffen es immer wieder in die Schlagzeilen. Welcher Keim wütet am schlimmsten – und welche Krankheit kommt kaum noch vor?
Wer auf eine Kreuzfahrt geht, rechnet nicht damit, an Bord krank zu werden. Aber natürlich kann es passieren, dass sich ein Infekt auf dem relativ beengten Raum eines Kreuzfahrtschiffes unter den oft vielen Tausend Passagieren schnell verbreitet. Welcher Erreger macht den Schiffsärzten dabei die größten Sorgen?
„Das größte Problem, was Infektionen an Bord betrifft, ist das Norovirus“, sagt der Mediziner Christian Ottomann, Gründer der Schiffsarztbörse. „Dieses Magen-Darm-Virus überträgt sich durch Schmierinfektion. Fast immer infizieren sich Passagiere damit während eines Landgangs und bringen den Erreger dann mit an Bord.“ (Lesen Sie auch: Noroviren – welche Behandlung hilft.)
Bei einem Ausbruch des Virus an Bord treten strenge Hygienemaßnahmen in Kraft. „Grundsätzlich wird ganz genau darauf geachtet und dokumentiert, wie viele Menschen an Bord gastrointestinale Beschwerden haben. Ab einer bestimmten Fallzahl werden Maßnahmen ergriffen“, erklärt Ottomann. Dabei gebe es drei Level: grün, gelb und rot. Bei mehr als zehn Fällen von Durchfallerkrankungen werden beispielsweise Relings und Aufzugtasten regelmäßig desinfiziert.
Entwarnung gibt Ottomann hinsichtlich der Seekrankheit. Sie sei auf den modernen, großen Kreuzfahrtschiffen inzwischen selten geworden. Dazu tragen Stabilisatoren in den Schiffen bei, die den Wellengang ausgleichen. Dazu kommt, dass die Schiffe oft nah am Land operieren, da die Landausflüge ein wichtiger Einnahmefaktor sind, so der Arzt. „Und wenn Unwetter absehbar sind, versuchen die Kapitäne in der Regel, diesen großräumig auszuweichen.“ (Lesen Sie hier, was gegen Reiseübelkeit tatsächlich hilft.)












