
Neuer Wehrdienst
Neustart der Musterung: „Hell, freundlich, zugewandt“
Aktualisiert am 18.01.2026 – 06:15 UhrLesedauer: 4 Min.
In diesen Tagen treffen die ersten Fragebögen zum neuen Wehrdienst ein. Der Chef des Personalamtes preist das schwedische Vorbild und erklärt, wie es weitergeht.
Zum Start des neuen Wehrdienstes hat die Bundeswehr die Kapazitäten für die militärische Grundausbildung erhöht. Insgesamt gebe es nun rund 35.000 bis 40.000 Ausbildungsplätze, sagt der Personalchef der Streitkräfte, Generalleutnant Robert Sieger, der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist eine deutliche Zunahme gegenüber den letzten Jahren.“
Sieger weist darauf hin, dass allerdings auch mehr künftige Fach- und Führungskräfte die Grundausbildung durchlaufen werden. Die Ausbildungsplätze seien also nicht nur für die mindestens 20.000 jungen Männer und Frauen, die in diesem Jahr für den neuen Wehrdienst angeworben werden sollen.
Die Bundeswehr hatte am Donnerstag die ersten 5.000 Schreiben mit Fragebögen zum Wehrdienst verschickt. Sie gehen an junge Menschen des Jahrgangs 2008, die seit Jahresbeginn volljährig geworden sind. Diese Briefe werden von Montag an eintreffen. Insgesamt umfasst der Jahrgang 2008 knapp 700.000 junge Männer und Frauen.
Die Briefe enthalten einen QR-Code zum eigentlichen Fragebogen sowie eine Broschüre und rechtliche Hinweise. Der Fragebogen wird online ausgefüllt und umfasst Angaben etwa zu Körpergröße und Gewicht, Gesundheitszustand, Fitness, Bildungsabschlüssen, vorhandener Fahrerlaubnis und zur Bereitschaft, freiwillig zu dienen. Junge Männer müssen, junge Frauen können ihn beantworten.

Der neue Wehrdienst ist aber freiwillig. Er soll mit zusätzlichen Anreizen attraktiver werden, etwa mit mehr Geld und Zuschüssen zum Führerschein.
Lernen von den Schweden: „Hell, freundlich, zugewandt“
In einem nächsten Schritt nach dem Fragebogen folgt die Musterung mit der medizinischen Untersuchung auf Wehrtauglichkeit. An diese erste Vorstellung bei der Bundeswehr hat die Vätergeneration nicht nur gute Erinnerungen. Sieger – der Präsident des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr ist – verspricht nun eine viel freundlichere Atmosphäre.
„Drei Worte: Hell, freundlich, zugewandt“, sagt er und verweist auf das Beispiel Schweden, an dem sich die Bundeswehr orientiere. „Es ist nicht das dunkle, hinter vielen Zäunen verborgene Gebäude, das den spröden Charme des letzten Jahrtausends atmet.“ Für den Ersteindruck sei das absolut entscheidend.
Die Bundeswehr will dazu bis Juli nächsten Jahres 24 neue Musterungszentren aufbauen und setzt auf acht Karriere-Center mit einem sogenannten Assessment, die es schon gibt. Es sollen 17 der neuen Musterungszentren über „Anmietungslösungen“ geschaffen werden.
„Bei der Musterung geht es allein um die Feststellung der Wehrtauglichkeit. Daneben sprechen wir über ein Assessment, wenn es um eine Einstellung für eine konkrete Verwendung geht“, sagt Sieger. „Bei allen Beratungen thematisieren wir sehr klar, dass Soldatin oder Soldat zu sein eben kein Beruf ist wie jeder andere, sondern dass es natürlich auch ein scharfes Ende gibt.“











