Rassistisches Wort
Nach Lügen-Vorwurf: Nächstes Debakel für Reiter
Aktualisiert am 05.03.2026 – 20:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Erst der Posten beim FC Bayern, nun ein unrühmliches Zitat: Der Münchner Oberbürgermeister muss sich auch wegen eines rassistischen Wortes äußern.
Dieter Reiter (SPD) hat eine wahrlich schlechte Woche: Nachdem der 67-Jährige am Donnerstag (5. März) eingeräumt hat, dass er jahrelang Geld vom FC Bayern erhielt, folgt ein weiterer Vorwurf. Er soll offenbar während einer öffentlichen Sitzung ein rassistisches Wort geäußert haben.
Dem Stadtrat hatte er dies jedoch nicht mitgeteilt. Zusätzlich wurden am Donnerstagabend Vorwürfe laut, er habe während einer Plenarsitzung das „N-Wort“, ein als rassistisch geltender Ausdruck, geäußert. Es handelt sich dabei um ein Zitat aus einem Kabarett, berichtet die „tz“. Wie viele Gremien hat auch der Stadtrat das Wort offiziell als rassistisch eingestuft.
Für diese Äußerung entschuldigte sich Reiter am Donnerstagabend und betonte, dass es ihm spontan über die Lippen gekommen sei, berichtet die „tz“ weiter. Er wolle dadurch niemanden verletzen und bedauere die Äußerung.
Reiter teilte am Donnerstag mit, er habe in seiner Funktion als Verwaltungsbeirat des FC Bayern Geld erhalten: Dabei handelt es sich um ein Ehrenamt, für das er seit 2021 eine Aufwandsentschädigung erhielt. Diese betrug laut Reiter 10.000 Euro pro Halbjahr. Zu Beginn sei das Amt unvergütet gewesen. Seitdem erhalte er nach eigenen Angaben jährlich 20.000 Euro für seine Tätigkeit im Verwaltungsbeirat.
Ursprünglich hatte er am Donnerstag versucht, Vorwürfe gegen sich zu entkräften: Darum legte er in Eigeninitiative die Aufwandsentschädigung offen und betonte: Sie wurde „zu keinem Zeitpunkt von mir verheimlicht und selbstverständlich immer ordnungsgemäß versteuert“. Weder Stadt noch Steuerzahler sei somit Schaden entstanden. Zur fehlenden Genehmigung erklärte er: „Dass dadurch eine Genehmigung des Stadtrats notwendig gewesen wäre, war mir nicht bewusst.“
Laut FC Bayern übernahm Reiter Anfang Februar den Vorsitz des Verwaltungsbeirats als Nachfolger von Edmund Stoiber. Damit wurde er zugleich Mitglied im Aufsichtsrat. Die Linke und die ÖDP sehen darin einen Interessenkonflikt: Ein solcher Posten hätte als Nebentätigkeit genehmigt werden müssen, zumal nicht bekannt sei, wie viel Reiter dabei verdienen würde. Mehr Details zu dem Fall gibt es hier.
Reiter selbst stritt die Vorwürfe kategorisch ab. Auf dem Nockherberg am Mittwoch (4. März) sagte er zu einem Reporter der Münchner Lokalredaktion von t-online: „Ich schäme mich nicht dafür, im Aufsichtsrat vom FC Bayern zu sein“. Die Frage nach der Vergütung wollte er nicht beantworten, betonte jedoch, dass er den Sachverhalt aufklären werde.











