Sexvideos und gefälschtes Abizeugnis
Das sind die neuen Abgeordneten der AfD
09.09.2026 – 10:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Die AfD feiert in Sachsen-Anhalt einen für sie historischen Wahlerfolg. Einige ihrer neuen Abgeordneten sorgen allerdings mit ihrer Vergangenheit für Aufsehen.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat im Landkreis Zerst fast jeder Zweite den AfD-Kandidaten Philipp-Anders Rau gewählt. Mit 48,1 Prozent holte er das Direktmandat und zieht nun in den Landtag von Sachsen-Anhalt. Dabei könnte seine Biografie kaum ungewöhnlicher sein. So wurde der Politiker bereits zweimal verurteilt.
2009 geriet er durch einen Diebstahl in einem Hotel das erste Mal in Konflikt mit dem Gesetz. Später verschaffte er sich mit einem gefälschten Abiturzeugnis 2012 einen Studienplatz an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Daraufhin musste er sich nach Angaben des „MDR“ wegen Urkundenfälschung vor Gericht verantworten. Im Kontext seiner kriminellen Vergangenheit räumt er eine Kokainsucht ein. Außerdem lief ein Verfahren wegen Privatinsolvenz gegen ihn und er geriet wegen Sexvideos, in denen er mitwirkte, in die Schlagzeilen.
Seine Partei steht hinter ihm und verweist gegenüber dem „MDR“ auf die Trennung zwischen privaten und politischen Sachverhalten.
Neue Abgeordnete, alte Verbindungen
Rau ist nicht der einzige neue AfD-Abgeordnete, dessen Vergangenheit für Aufsehen sorgt. Auch im Norden Sachsen-Anhalts zieht mit Simon Lansmann ein Politiker in den Landtag ein, gegen den wegen Verdachts auf eine Beteiligung an der verbotenen neonazistischen und antisemitischen „Artgemeinschaft“ ermittelt wird.
Bei einer paganen Zeremonie zur Sonnenwende auf einem Privatgrundstück sollen nach Angaben des „Spiegels“ ein Lied der Hitlerjugend gesungen worden sein und ein Ritual mit Tierhörnern stattgefunden haben. Landsmann und sein Parteikollege Sebastian Koch, der ebenfalls vor Ort gewesen sein soll und gegen den im selben Fall ermittelt wird, bestreiten jedoch, an der verbotenen Organisation beteiligt gewesen zu sein.
Koch muss sich allerdings nicht erst seit dem Treffen im Juni mit solchen Vorwürfen auseinandersetzen. Der 39‑Jährige schaffte im Wahlkreis Gardelegen-Klötze mit 41,5 Prozent der Erststimmen den Einzug in den Landtag. Er ist kein Fremder für den Verfassungsschutz, wie aus einem Bericht aus dem Jahr 2023 hervorgeht. Bereits seit 2012 erscheint er durch die Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen der neonazistischen Szene „konstant in rechtsextremistischen Zusammenhängen“, wie die „FAZ“ berichtet.











