Überraschendes Studienergebnis
Nervige Mitmenschen lassen uns schneller altern
13.03.2026 – 10:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Schwierige Kollegen oder Familienmitglieder können mehr als nur nerven. Eine Studie zeigt, dass sogenannte „Störenfriede“ im sozialen Umfeld messbare Auswirkungen auf den Körper haben.
Positive Beziehungen zu Freunden oder der Familie gelten als wichtiger Faktor für die Gesundheit. Doch nicht jede Beziehung wirkt unterstützend. Manche Menschen lösen regelmäßig Konflikte, Stress oder Frust aus. Forscher wollten deshalb wissen, ob solche belastenden Kontakte auch den biologischen Alterungsprozess beeinflussen.
Ein Team um den Soziologen Byungkyu Lee von der New York University hat diese Frage in einer großen Studie untersucht. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).
Die Wissenschaftler analysierten Daten von mehr als 2.300 Menschen aus dem US-Bundesstaat Indiana. Zunächst erfassten sie die sozialen Netzwerke der Teilnehmer. Dabei sollten die Personen angeben, ob es Menschen in ihrem Umfeld gibt, die ihnen regelmäßig Probleme bereiten oder Stress verursachen. Die Forscher bezeichneten solche Personen als „Hasslers“, also Störenfriede.
Zusätzlich sammelte das Team Speichelproben. Daraus bestimmten sie mithilfe sogenannter epigenetischer Uhren das biologische Alter der Teilnehmer.
Die Analyse zeigt: Belastende Beziehungen sind keine Seltenheit. Rund 28,8 Prozent der Befragten gaben an, mindestens eine solche Person in ihrem sozialen Umfeld zu haben. Etwa zehn Prozent berichteten sogar von zwei oder mehr problematischen Kontakten.
Insgesamt machten diese „Störenfriede“ etwa 8,1 Prozent der Personen im sozialen Netzwerk der Teilnehmer aus. Frauen berichteten etwas häufiger von solchen belastenden Beziehungen als Männer. Auch Menschen, die das Gefühl hatten, dass viele andere stark von ihnen abhängig sind, nannten öfter problematische Kontakte.
Besonders deutlich fiel der Zusammenhang beim biologischen Alter aus. Die Forscher stellten fest: Jede zusätzliche belastende Person im sozialen Umfeld beschleunigte den Alterungsprozess um etwa 1,5 Prozent. Das klingt erst einmal nach nicht viel – doch pro Jahr altert man damit 5,5 Tage zusätzlich.
Auch andere gesundheitliche Veränderungen traten häufiger auf. Personen mit mehr „Störenfrieden“ zeigten stärkere Entzündungsreaktionen im Körper. Zudem berichteten sie häufiger über Angstzustände, depressive Symptome und eine schlechtere allgemeine Gesundheit.
Interessant ist auch, welche Beziehungen besonders belastend wirkten. So standen problematische Kontakte zu Familienmitgliedern oder Freunden stärker mit beschleunigtem Altern in Zusammenhang als schwierige Partnerschaften.












