Rentenanpassung im Juli
Was diese Zahl mit der Höhe Ihrer Rente zu tun hat
Aktualisiert am 12.06.2026 – 10:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Jedes Jahr zum 1. Juli werden die Renten angepasst. Dabei spielt eigentlich auch der Nachhaltigkeitsfaktor eine Rolle. Doch seine Wirkung ist derzeit ausgesetzt.
Immer mehr Rentner stehen immer weniger Beitragszahlern gegenüber. Dieser demografische Wandel gilt als eine der größten Herausforderungen für die gesetzliche Rentenversicherung.
Eigentlich soll daher der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor dafür sorgen, dass sich diese Entwicklung auch in den jährlichen Rentenanpassungen widerspiegelt. Doch seine Wirkung wird derzeit ausgehebelt. Was dahintersteckt und welche Bedeutung der Nachhaltigkeitsfaktor für Rentner und Beitragszahler hat.
Was ist der Nachhaltigkeitsfaktor?
Der Nachhaltigkeitsfaktor ist Teil der Rentenanpassungsformel, also der Formel, die berechnet, wie stark die Rentenerhöhung Mitte des Jahres ausfällt. Dabei wird vor allem berücksichtigt, wie sich die Löhne in Deutschland entwickeln, aber nicht nur. Auch Faktoren wie die Zahl der Beitragszahler, die Zahl der Rentner und die Höhe der Rentenbeiträge fließen in die Berechnung ein.
So soll sichergestellt werden, dass die Renten einerseits an der Lohnentwicklung teilhaben, andererseits aber langfristig finanzierbar bleiben. Der Job des Nachhaltigkeitsfaktors ist es, das Verhältnis von Rentenbeziehern zu Beitragszahlern zu berücksichtigen.
Warum gibt es den Nachhaltigkeitsfaktor?
Aus einem einfachen Grund: wegen des demografischen Wandels. Die gesetzliche Rentenversicherung wird im Umlageverfahren finanziert. Das bedeutet, dass die Beiträge der heutigen Beschäftigten direkt zur Finanzierung der aktuellen Renten verwendet werden.
Seit Jahren verschiebt sich jedoch das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen nach und nach in Rente, während vergleichsweise weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt nachrücken. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung. Der Nachhaltigkeitsfaktor soll diese Entwicklung berücksichtigen.
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Wie funktioniert der Nachhaltigkeitsfaktor?
Da der Nachhaltigkeitsfaktor das Verhältnis von Rentenempfängern zu Beitragszahlern abbildet, wirkt er grundsätzlich folgendermaßen: Steigt die Zahl der Beitragszahler im Verhältnis zu den Rentenbeziehern, erhöht das die Rentenanpassung. Sinkt dagegen die Zahl der Beitragszahler im Verhältnis zu den Rentenempfängern, wirkt der Faktor dämpfend. Die Rentenerhöhung fällt dann geringer aus, als sie allein auf Basis der Lohnentwicklung ausgefallen wäre.
In der Praxis spielt dieser Mechanismus derzeit jedoch keine Rolle. Mit dem Ende 2025 beschlossenen Rentenpaket hat die Bundesregierung das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent stabilisiert. Dadurch wird die dämpfende Wirkung des Nachhaltigkeitsfaktors faktisch aufgehoben.












