
Stich in den Hals
17-Jährige tötet Jugendlichen: Fall nimmt brisante Wendung
Aktualisiert am 05.02.2026 – 17:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Jugendliche behauptet, sich gegen eine Vergewaltigung gewehrt zu haben. Doch die Auswertung ihres Handys bringt eine andere Wahrheit ans Licht. Die Polizei zieht Konsequenzen.
Die Polizei fahndet öffentlich nach einer 17-Jährigen aus Castrop-Rauxel, die unter dringendem Mordverdacht steht. Als Ermittler mit einem Haftbefehl an ihrer Adresse auftauchten, war die Jugendliche bereits verschwunden. Zuvor hatte sie behauptet, einen gleichaltrigen Schüler in Notwehr getötet zu haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Doch mittlerweile sind sich die Ermittler sicher, dass der Teenager gezielt getötet wurde.
Ein Autofahrer hatte den stark blutenden Jugendlichen am 14. Januar unweit eines leer stehenden Hauses entdeckt. Das Opfer wurde bewusstlos und starb trotz Rettungsmaßnahmen durch einen Stich in den Hals.
Die Tatverdächtige hatte den Ermittlern zunächst zwei verschiedene Versionen des Geschehens präsentiert. In ihrer ersten Darstellung gab sie an, auf dem Weg zur Fahrschule von hinten angegriffen worden zu sein. Später räumte sie ein, sich mit dem späteren Opfer auf der Terrasse eines leer stehenden Hauses getroffen zu haben.
Dieses Treffen habe sie aus Angst vor ihren Eltern anfangs verschwiegen. Der Jugendliche sei ihr bekannt gewesen, sie hätten schon vorher Kontakt gehabt. Bei dem Treffen sei der junge Mann jedoch zudringlich geworden und habe versucht, sie zu vergewaltigen. In dieser Situation habe sie nach einem spitzen Gegenstand gegriffen und ohne Tötungsabsicht in Richtung des Jugendlichen gestochen, so die Behauptung der 17-Jährigen.
Da diese zweite Version mit der Spurenlage übereinstimmte, wurde die 17-Jährige kurz nach dem Tod des jungen Mannes zunächst freigelassen. Die umfangreiche Auswertung des Handys der Tatverdächtigen brachte laut den Ermittlern neun Tage nach der Tat allerdings die Wendung in dem Fall. Die Beweise deuteten nun darauf hin, dass sie nicht in Notwehr handelte, sondern den Jugendlichen geplant und heimtückisch getötet haben dürfte. Das Amtsgericht Dortmund erließ am 23. Januar Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts gegen die 17-Jährige.
Staatsanwalt Henner Kruse teilte mit, dass inzwischen ein Messer als mögliche Tatwaffe in Tatortnähe auf einem Spielplatz gefunden worden sei. Es werde noch auf Spuren untersucht.









