„Übelst viel Blut auf dem Boden“
Neunjährige sagt zu Mord an Mutter aus
Aktualisiert am 14.04.2026 – 10:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine dreifache Mutter wird in ihrer Wohnung erschossen. Kurz nach der Tat findet ihre neunjährige Tochter die Frau. Jetzt sagt sie vor Gericht aus.
Vor dem Landgericht Augsburg hat ein neunjähriges Mädchen am Montag öffentlich über den Mord an seiner Mutter ausgesagt. Das Mädchen schilderte unter anderem, wie es in der Mordnacht einen Knall hörte und die Mutter blutend am Boden fand. Der Angeklagte ist der 29-jährige Ziehsohn des langjährigen Partners ihrer Mutter.
Das Kind wurde per Video aus einem Nebenraum in den Sitzungssaal zugeschaltet. Die Zuschauer konnten es zwar nicht sehen, aber seine Stimme hören. Das Mädchen war laut einem Reporter bei der Aussage sehr ruhig.
Als die Schüsse fielen, habe sie sich auf ihren kleinen Bruder gelegt, um ihn zu schützen. Das Mädchen schilderte, wie es seine Mutter fand: „Da war übelst viel Blut auf dem Boden.“ Im Anschluss habe sie die Großmutter angerufen.
Der Angeklagte soll die 30-jährige Mutter im Mai vergangenen Jahres in deren Wohnung mit vier Kopfschüssen getötet haben. Laut Anklage wurde er zuvor vom Ex-Partner dazu eingesetzt, die Frau auszuspionieren. Wie das Mädchen erklärte, sei der Angeklagte früher „echt ein guter Spielkamerad“ gewesen.
Das Mädchen sagte vor Gericht aus, dass der Ex-Partner ihrer Mutter kurz vor dem Mord versucht haben soll, den Kopf der Mutter beim Grillen ins Feuer zu drücken. Im Anschluss habe sich die Frau von ihm getrennt.
Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tat aus Rache aus. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Eine Traumatherapeutin erklärte vor Gericht, das Kind leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Das Urteil soll Mitte Juni fallen. Nach der Vernehmung wandte sich der Vorsitzende Richter an das Mädchen: „Das hast Du wirklich ganz toll gemacht. Ganz vielen Dank.“
