
Wut-Ausbruch statt Antworten
Crans-Montana: Reporter erleben böse Überraschung
Aktualisiert am 07.01.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Medien aus der ganzen Welt berichten über die Feuertragödie in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana. Nicht allen gefällt das. Einige werden handgreiflich.
Nach dem verheerenden Brand im Nobel-Skiort Crans-Montana in der Schweiz sind mindestens zwei Fernsehteams bedroht und angegriffen worden. Das bestätigte der italienische Außenminister Antonio Tajani am Dienstag auf der Plattform X, nachdem zuvor mehrere Medien darüber berichtet hatten.
Tajani teilte mit: „Angesichts dieser Tragödie müssen wir die Trauer aller respektieren, doch Gewalt und Einschüchterung gegen die Presse dürfen unter keinen Umständen toleriert werden.“
In einem Fall wurde ein Journalist des italienischen Rundfunks Rai nach eigenen Angaben bedrängt und angegriffen, als er zu weiteren Lokalen des Inhabers der Unglücksbar recherchierte. Laut dem Reporter wurde er von einer Gruppe von Männern zunächst angeschrien. Dann sei er bedrängt worden. Fernsehaufnahmen, die in den sozialen Medien verbreitet wurden, zeigen die Szenen. Darin ist zu sehen, wie das Kamerateam schließlich in ein Auto flüchtet.
In einem anderen Fall soll eine Rai-Reporterin in Crans-Montana bei Temperaturen von minus 10 Grad von einem Unbekannten mit eiskaltem Wasser bespritzt worden sein. Die Journalistin wollte mehreren Medienberichten zufolge gerade einen Nachbarn des Betreiberpaares interviewen, als dieser plötzlich zum Wasserschlauch gegriffen habe. Das Wasser habe die Reporterin frontal getroffen.
Insbesondere italienische Medien berichten seit dem Unglück verstärkt aus Crans-Montana: Bei der Feuerkatastrophe kamen auch mehrere Italiener ums Leben. Insgesamt starben 40 Menschen, 119 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Deutsche Opfer gab es den offiziellen Angaben zufolge nicht.
Der Großbrand war in der Neujahrsnacht ausgebrochen, als Hunderte vor allem junge Menschen in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana den Jahreswechsel feierten. Mutmaßlich durch Tischfeuerwerk in Champagnerflaschen wurde schallisolierender Schaumstoff an der Decke der Bar in Brand gesetzt. Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus.
Am Dienstag räumte die Gemeinde Crans-Montana schwere Versäumnisse ein: Die eigentlich jedes Jahr vorgeschriebene Brandschutzkontrolle habe zuletzt 2019 stattgefunden, sagt der Präsident des Gemeinderats, Nicolas Féraud. „Wir bedauern dies zutiefst“, sagte er. Féraud belastete das Wirtepaar, gegen das bereits eine Strafuntersuchung eingeleitet worden ist, schwer. Er warf dem Paar Fahrlässigkeit vor. Es habe eine „Kultur der Rücksichtslosigkeit gegenüber Risiken“ geherrscht. Einem zweiten Lokal, das die beiden Franzosen in Crans-Montana betreiben, sei die Betriebsgenehmigung entzogen worden.










