Aus Zeiten des Kalten Kriegs
US-Militärsatellit zerbricht im All – Ursache ist unklar
25.09.2026 – 12:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein fast 40 Jahre alter US-Satellit ist aus bislang unbekannten Gründen in einer erdnahen Umlaufbahn auseinandergebrochen. Die Trümmerteile könnten zur Gefahr werden.
Ein Objekt weniger, unzählige Trümmerteile mehr: In einer stark genutzten Erdumlaufbahn ist ein US-Satellit mit der Bezeichnung „USA 32“ vor wenigen Tagen zerbrochen. Den Vorfall hat die für Weltraumüberwachung zuständige Behörde der US Space Force bestätigt. Demnach sei der Satellit kurz nach 23 Uhr deutscher Zeit auseinandergebrochen.
Was den Vorfall ausgelöst hat, ist bislang nicht bekannt. Eine gezielte Zerstörung gilt als unwahrscheinlich. Das Portal „Spaceweather“ vermutet, dass ein Druckbehälter oder eine Batterie nach 38 Jahren ständiger Erwärmung und Abkühlung im All geplatzt ist. Eine Kollision mit einem Trümmerteil oder einem Meteoriten sei ebenfalls möglich.
Schweizer Firma filmt Trümmerfeld
Aufnahmen des Schweizer Weltraumbeobachtungsunternehmens S2a Systems auf dem Portal X zeigen, dass sich kurz nach dem Ereignis zahlreiche Trümmer auf der Umlaufbahn des Satelliten verteilten.
Die US Space Force schreibt indes: „Alle erfassten Trümmerteile werden in die routinemäßigen Analysen zur Beurteilung möglicher Kollisionen einbezogen, um die Sicherheit der Raumfahrt zu gewährleisten“. Eine unmittelbare Gefahr für andere Satelliten bestehe derzeit nicht, heißt es weiter.
Der Satellit „USA 32“ ist ein Überbleibsel aus der Endphase des Kalten Kriegs. Er war am 5. September 1988 mit einer Titan-II-Rakete vom US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien gestartet und befand sich zuletzt in einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn in rund 775 bis 780 Kilometern Höhe. Für eine Erdumrundung benötigte er etwa 100 Minuten.
„USA 32“ war wohl eine Aufklärungssonde
Die Aufgabe des Satelliten war lange geheim. In öffentlich zugänglichen Dokumenten wird „USA 32“ dem sogenannten „Farrah“-Programm zugeordnet. Der bekannte US-Astronom Jonathan McDowell identifiziert den Satelliten als „Farrah 3“, eine Sonde, die zur Aufklärung elektronischer Signale eingesetzt worden sein soll.
Ihre aktive Mission soll die Sonde bereits in den 1990er-Jahren beendet haben. Wie lange der Satellit tatsächlich genutzt wurde, ist nicht bekannt. Beobachtungen von Amateurastronomen deuten darauf hin, dass er noch mindestens bis 2019 aktiv gewesen sein könnte.
Astronomen wollen die Trümmerwolke des Satelliten nun weiter verfolgen. Anhand der Flugbahnen der einzelnen Teile lässt sich möglicherweise rekonstruieren, wie der Satellit zerbrochen ist.
