
Allzu ausgiebige Sitzungen auf der Schüssel, heute eher mit Handy statt der Morgenzeitung, sind der Schlüssel für ausgeleierte Hämorrhoiden. Auch unsere Beckenbodenmuskulatur empfindet den Druck als unangemessen.
Mit Entspannung und Regelmäßigkeit funktioniert alles besser. Denn eine Verstopfung kann auch auf psychosomatische Ursachen zurückgehen: bei Menschen mit ausgeprägtem Kontrollbedürfnis (vor allem sich selbst gegenüber), bei innerer Anspannung oder der Unfähigkeit, Dingen ihren Lauf zu lassen.
Organisch lässt sich einiges machen. Ballaststoffe sind ein wichtiger natürlicher Anreger für unsere Darmbewegung, insbesondere faserige Ballaststoffe, die wir aus Gemüse, Salaten, Nüssen und Samen, aber auch aus Vollkornprodukten beziehen. Sie bringen die Verdauungsorgane in Bewegung und vergrößern das Stuhlvolumen.
Lösliche Ballaststoffe, etwa aus Akazienfasern, Leinsamen, Hafer oder Flohsamenschalen, binden Wasser. Sie machen den Stuhl weich und füttern gleichzeitig auch unsere Darmbakterien. Wer bei sich ein Defizit an Ballaststoffen vermutet, sollte sie allmählich und kontinuierlich steigern und diesen Prozess immer mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr begleiten. So können auch Blähungen vermieden werden.
Fast jeder hat schon Zeiträume mit hartem Stuhl erlebt, das heftige, mitunter schmerzhafte Pressen, das zum Hämorrhoidalleiden und Analfissuren führen kann und einen unangenehmen Druck von innen zu unserem ständigen Begleiter werden lässt. Wird auf eine Verstopfung über längere Zeiträume nicht reagiert, weitet sich unter Umständen der Enddarm, der Stuhldrang lässt nach und unser Darminhalt verhärtet weiter.
Spätestens dann stört die träge Verdauung unser Wohlbefinden und wir klagen über Blähungen und Bauchschmerzen oder fühlen uns „innerlich vergiftet“. Kein Wunder, denn wenn der Darminhalt zu lange im Dickdarm pausiert, kann es dort zu wahren Fäulnisprozessen kommen. Bakterien und Eiweißreste, die uns eigentlich Gutes tun oder uns zügig wieder durch den Ausgang verlassen sollten, zersetzen sich dann vor Ort und zaubern Fäulnisgase, Stoffwechselprodukte wie Ammoniak, Schwefel oder Amine. Die sind nicht nur mit dem Geruchssinn wahrnehmbar, sie gehen mit Völlegefühl, Bauchdrücken und generellem Unwohlsein einher. Außerdem schädigen die länger verweilenden Gase unsere Darmschleimhaut und bringen die gesamte Darmflora aus der Balance.
Gegensteuern lässt sich erst einmal mit Magnesium. Es bindet Wasser im Darm, mit dem sich unser Stuhl vielleicht doch noch erweichen lässt. Zudem kann es die Muskulatur koordinieren.
Meist gut verträglich sind organische Magnesiumverbindungen wie Magnesiumcitrat, -glycinat oder -malat. Als am flottesten stuhlregulierend erweist sich Magnesiumcitrat. Anorganische Formen wie Magnesiumoxid werden schlechter aufgenommen und können schneller zu Durchfall führen. Überhaupt sollte man die Dosierung den individuellen Bedürfnissen anpassen. Harter Stuhl ist unangenehm, das extreme Gegenteil allerdings auch.










