
Das steckt hinter dem „Dessertmagen“
Warum wir nach dem Essen noch etwas Süßes wollen
Aktualisiert am 03.02.2026 – 08:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Spruch „Nachtisch hat immer Platz“ hat einen realen Hintergrund: Nervenzellen, wie eine Studie offenbart. Was steckt hinter der Lust nach Süßem?
Der Teller ist leer gegessen und es passt rein gar nichts mehr rein – außer vielleicht etwas Süßes? Dieses Gefühl kennen wohl die meisten: die Lust auf ein Dessert. Warum wir diesen Drang verspüren, hat ein internationales Forschungsteam in einer Studie aus 2025 unter Federführung des Kölner Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung untersucht.
Sie kamen zu dem Schluss, dass unser sogenannter Dessertmagen im Gehirn verankert ist: Dieselben Nervenzellen, die uns nach einer Mahlzeit ein Sättigungsgefühl geben, sind auch die Ursache dafür, dass wir dann noch Lust auf Süßigkeiten haben.
In der Studie untersuchten die Forscher um Henning Fenselau die Reaktion von Mäusen auf Zucker. Dabei stellten sie fest, dass Mäuse auch dann Desserts essen, wenn sie völlig gesättigt sind, wie das Team im Fachjournal „Science“ schreibt. Untersuchungen des Gehirns ergaben, dass dafür eine bestimmte Gruppe von Nervenzellen verantwortlich ist. Diese sogenannten POMC-Neuronen würden aktiv, sobald der Körper Nahrung aufgenommen habe.
Wenn Mäuse satt sind und Süßes essen, schütten diese Nervenzellen nicht nur Botenstoffe aus, die Sättigung signalisieren, sondern auch ein körpereigenes Opiat, das ß-Endorphin. Dieses löst der Studie zufolge ein Belohnungsgefühl aus, das die Tiere dazu veranlasst, noch mehr Zucker zu essen. Der Mechanismus setzte in den Versuchen schon ein, wenn die Tiere Zucker nur wahrnahmen, ohne ihn zu essen.
Hirnuntersuchungen an Versuchspersonen ergaben, dass beim Menschen die gleiche Hirnregion auf Zucker reagiert. Dort befänden sich – wie bei Mäusen – viele Opiat-Rezeptoren in der Nähe von Sättigungsneuronen. „Aus evolutionärer Sicht macht das Sinn: Zucker ist in der Natur selten, liefert aber schnell Energie“, sagte Studienleiter Fenselau. Das Gehirn sei so programmiert, dass es die Aufnahme von Zucker dann steuere, wenn er verfügbar sei.










