
Anschlag auf Infrastruktur
Linksextremisten legen Berlin lahm – und die Stadt friert weiter
06.01.2026 – 02:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Den vierten Tag in Folge sitzen noch immer 28.000 Haushalte in Berlin im Dunkeln. Nun rückt sogar die Bundeswehr an.
Den vierten Tag in Folge sind nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf noch immer rund 28.000 Haushalte ohne Strom. Nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin wird die vollständige Wiederherstellung der Versorgung voraussichtlich erst am Donnerstagnachmittag abgeschlossen sein.
Tausende Menschen müssen seither in dunklen und kalten Wohnungen ausharren oder auf Ausweichquartiere ausweichen. Manche sind in Hotels gegangen, andere nutzen tagsüber Notunterkünfte und Anlaufstellen, um sich aufzuwärmen, etwas zu essen und ihre Handys aufzuladen. Etwa 20 Schulen bleiben den zweiten Tag in Folge geschlossen.
Langsam kehrt etwas Normalität in die betroffenen Stadtteile zurück, dank zahlreicher Notstromaggregate, die nach und nach in Betrieb gehen. Bei Transport, Aufbau, Anschluss und Dieselversorgung der mobilen Anlagen hilft laut Berliner Innenverwaltung nun auch die Bundeswehr. Ein erster Betankungseinsatz startete am Abend.
Nach den ersten Supermärkten am Montag öffnen am Dienstag weitere große Handelsketten ihre Läden wieder. Der Senat hofft zudem auf eine Verbesserung des stark gestörten S-Bahn-Verkehrs auf den Linien S1 und S7. Am Bahnhof Wannsee sollen Notstromaggregate für die Beleuchtung der Bahnsteige und der Unterführung sorgen, damit dort auch im Dunkeln wieder Züge halten können.
Die Polizei ist auch in dieser Nacht mit 300 Beamten in Uniform und in Zivil im Einsatz, um eine sogenannte Raumsicherung zu gewährleisten. Verhindert werden sollen vor allem Einbrüche, bislang ist dies nach Einschätzung der Polizei weitgehend gelungen.
Nach dem Brandanschlag am Samstagmorgen waren zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Nach und nach wurde ein Teil der Kunden wieder angeschlossen. Aktuell sind laut Stromnetz Berlin noch 27.800 Haushalte und rund 1.450 Gewerbekunden betroffen. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) waren oder sind insgesamt 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine Großschadenslage ausgerufen.
Zu dem Anschlag bekannte sich eine linksextremistische Gruppierung, die sogenannten „Vulkangruppen“. Diese sind den Ermittlern bereits länger bekannt, sie griffen mutmaßlich schon mehrfach Bahnanlagen oder das Stromnetz an.








