David gegen Goliath
Münchner Bio-Händler zieht gegen Edeka-Deal vor Gericht
13.10.2026 – 18:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Bundeskartellamt genehmigt Edeka die Übernahme von 178 Tegut-Filialen. Der Münchner Biohändler VollCorner zieht deshalb vor Gericht.
Der Münchner Bio-Händler VollCorner hat Beschwerde gegen die Freigabe des Bundeskartellamts zur Übernahme von insgesamt 178 Tegut-Filialen durch Edeka eingelegt. Nach Angaben des Unternehmens geht es dabei aber ausschließlich um die Tegut-Standorte im Raum München.
Der Münchner Lokalredaktion von t-online bestätigte die VollCorner-Geschäftsführung die Beschwerde am Dienstag offiziell. Zunächst hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet. Das Verfahren liegt nun beim Oberlandesgericht Düsseldorf, das die Genehmigung noch einmal überprüfen wird.
Das beanstanden die Münchner Gründer von VollCorner
Die Beschwerde richtet sich gegen die Genehmigung, laut der Edeka neben den 178 Tegut-Filialen auch 41 Teo-Smartstores, die Fuldaer Zentrale, die Bäckerei Herzberger sowie einen Logistikstandort übernehmen darf. Das Kartellamt hatte Edeka sämtliche rund 15 Tegut-Filialen in der bayerischen Landeshauptstadt genehmigt.
Die beiden Inhaber und Geschäftsführer Paul Pfaff und Stefan Berktold begründen die Klage im Gespräch mit der „Lebensmittel Zeitung“ so: „Nach eigener und externer Prüfung halten wir die Übernahme der Münchner Tegut-Standorte durch Edeka für wettbewerblich problematisch.“

Weiter führen die beiden Münchner Unternehmer aus: „Als unabhängiger Münchner Biohändler können wir zu einer Lösung beitragen, die Wettbewerb und Angebotsvielfalt im Interesse der Verbraucher sichert, insbesondere an etablierten Bio-Standorten.“
Was das Gericht entscheiden kann
Das Oberlandesgericht Düsseldorf prüft nun die Freigabeentscheidung des Kartellamts vollständig. Der zuständige Kartellsenat kann den Beschluss bestätigen, vollständig aufheben oder nur in Teilen aufheben, etwa bezogen auf einzelne regionale Markträume. Die Richter werden dabei voraussichtlich sowohl die Auswirkungen auf den Absatz in den regionalen Märkten als auch auf die Lieferanten bewerten.
Bisher wurde keine aufschiebende Wirkung der Beschwerde beantragt. Das bedeutet: Die Übernahme darf vorerst weiter vorbereitet werden. Allerdings kann ein solcher Antrag noch im Laufe des Verfahrens gestellt werden. Auch das Gericht selbst kann die Genehmigung von sich aus aussetzen.
VollCorner hat inzwischen 21 Märkte in München
VollCorner wurde 1988 gegründet und betreibt nach eigenen Angaben im Raum München 21 Bio-Märkte mit rund 400 Mitarbeitern. Den jüngsten Standort eröffnete das Unternehmen im Juni im Stadtteil Lehel auf 250 Quadratmetern. VollCorner war dem Fusionskontrollverfahren zwischen Edeka und Tegut auf Antrag beigeladen worden.
Noch offen ist die Entscheidung des Kartellamts zur geplanten Übernahme von rund 40 weiteren Tegut-Märkten durch Rewe. Die Prüfungsfrist des Amts läuft am 29. Oktober 2026 aus.











