
Zwei Menschen gestorben
Prozess nach tödlichem Auto-Anschlag startet am Freitag
11.01.2026 – 16:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann fährt in München mit seinem Auto in eine Menschengruppe, zwei Personen sterben. Vor Gericht muss er sich nun unter anderem wegen Mordes verantworten.
Knapp ein Jahr nach dem tödlichen Anschlag auf einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi in München beginnt am kommenden Freitag (16. Januar) der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Vor dem Oberlandesgericht München muss sich der Mann verantworten, der mit einem Auto absichtlich in die Menschenmenge gefahren sein soll.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten zweifachen Mord sowie versuchten Mord in 44 Fällen vor. Zudem ist er wegen gefährlicher Körperverletzung und eines schweren gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt. Bei der Tat am 13. Februar 2025 waren ein zweijähriges Kind und dessen Mutter tödlich verletzt worden, 44 weitere Menschen erlitten Verletzungen, einige davon lebensgefährliche.
Nach Angaben der Ermittler soll der damals 24 Jahre alte Afghane, der 2016 nach Deutschland gekommen war, sein Fahrzeug gezielt in den Demonstrationszug mit rund 1.400 Teilnehmern gelenkt haben. Die Bundesanwaltschaft geht von islamistischem Terrorismus aus.
Zum mutmaßlichen Motiv teilte sie mit: „Er wähnte sich verpflichtet, als Reaktion auf das Leid von Muslimen in islamisch geprägten Ländern willkürlich ausgewählte Personen in Deutschland angreifen und töten zu müssen.“
Der Mann soll ein Polizeifahrzeug überholt und nach dem Erfassen der ersten Menschen noch 23 Meter weitergefahren sein. Nicht er selbst brachte das Fahrzeug nach Angaben der Ermittler zum Stehen – er konnte wegen der Verletzten unter seinem Auto nicht weiterfahren.
Nach Ermittlerangaben habe der Mann „Allahu Akbar“ gerufen und nach der Tat gebetet. In seiner Vernehmung habe er eingeräumt, bewusst in die Demonstration gefahren zu sein – „aus einer übersteigerten religiösen Motivation heraus“.
Hinweise auf eine Einbindung in ein terroristisches Netzwerk liegen den Ermittlern zufolge nicht vor. Auch Verbindungen zu weiteren Beteiligten oder zu einer Terrororganisation wie dem sogenannten Islamischen Staat seien nicht festgestellt worden.
Der Prozess ist mit zahlreichen Verhandlungstagen bis in den Sommer angesetzt, ein Urteil könnte am 25. Juni fallen. In dem Verfahren sind auch Nebenkläger vertreten, darunter mehrere Überlebende des Anschlags, die nach Angaben ihres Anwalts weiterhin unter physischen und psychischen Folgen leiden.










