
Bis heute nicht umgetauscht
D-Mark-Bestände in Milliardenhöhe bleiben verschwunden
Aktualisiert am 08.01.2026 – 10:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Euro-Start fehlen alte DM-Scheine und Münzen im Milliardenwert. Ein Teil davon dürfte für immer verschwunden sein.
Auch mehr als 20 Jahre nach der Einführung des Euro-Bargelds machen Altbestände von D-Mark manchen Deutschen etwas reicher. Im vergangenen Jahr hat die Bundesbank knapp 53,1 Millionen D-Mark im Gegenwert von gut 27 Millionen Euro umgetauscht. Ein Jahr zuvor waren rund 53,2 Millionen D-Mark in den Filialen der Bundesbank zurückgegeben worden, 2023 waren es gut 58 Millionen. „Vermutlich ist ein gewisser Nachholeffekt nun vorbei, der die Zahlen in den Jahren nach der Pandemie nach oben getrieben hat“, erklärte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz.
Häufig tauchen die ausgedienten Scheine und Münzen bei Erbschaften auf oder als Zufallsfund beim Kauf alter Häuser. Mitunter werden sie aber auch aus nostalgischen Gründen über Jahre aufbewahrt – und dann doch irgendwann versilbert.
So reichte im vergangenen Jahr ein Kunde einige Fünf-D-Mark-Banknoten mit handschriftlichen Botschaften bei der Bundesbank ein. „Für den liebsten Patrick, der mit allen auf den Weihnachtsmarkt fährt. Hab Dich lieb“, ist auf einem der Scheine zu lesen. Mitunter ist auch ein Datum hinzugefügt, demnach stammen die handschriftlichen Vermerke aus den Jahren 2000 und 2001. Die Hintergründe der Botschaften sind indes nicht bekannt.
Die Bundesbank geht davon aus, dass ein Teil der alten Scheine und Münzen nie mehr auftauchen wird. Entweder haben sich Sammler Bestände gesichert, oder Fans der einst als starke Währung geschätzten D-Mark haben Scheine und Münzen ins Ausland geschafft.
So sind auch 24 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds zum Jahreswechsel 2001/2002 mehr als 162 Millionen D-Mark-Scheine und über 23 Milliarden D-Mark-Münzen nicht zurückgegeben worden. Gesamtwert: gut 12,1 Milliarden D-Mark (etwa 6,2 Mrd. Euro). Etwas mehr als die Hälfte der Ende Dezember 2025 noch ausstehenden Summe machen Münzen aus (6,52 Milliarden D-Mark), beim Rest handelt es sich um Banknoten (5,61 Milliarden D-Mark).
Wer noch alte Scheine oder Münzen findet, kann diese kostenlos bei allen 31 Filialen der Bundesbank oder per Postweg über die Bundesbank-Filiale in Mainz zum Umtausch einreichen. Der Wechselkurs wurde mit der Euro-Einführung festgeschrieben: Für 1,95583 D-Mark bekommt man einen Euro.
Deutschland ist eins von sieben Ländern im Euroraum, in denen der Umtausch sowohl von Scheinen als auch Münzen der alten nationalen Währung in Euro zeitlich unbegrenzt möglich ist. Ebenso handhaben das Österreich, Irland, die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie der Euro-Neuzugang Bulgarien. Banknoten der abgelösten nationalen Währungen, aber keine Münzen, kann man zudem unbefristet in Belgien, Kroatien, Luxemburg, Slowenien und der Slowakei in Euro umtauschen. In den übrigen neun Eurostaaten tauschen die Zentralbanken Alt-Währungen nicht mehr um.











