Galeria Kaufhof
Bericht: Münchens letztes Innenstadt-Kaufhaus wackelt
25.06.2026 – 02:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Mietvertrag für Galeria am Marienplatz läuft Ende 2027 aus. Eine Verlängerung soll nicht in Sicht sein – und die Eigentümer denken wohl schon über etwas anderes nach.
Das Galeria-Kaufhaus am Münchner Marienplatz könnte Ende 2027 Geschichte sein. Laut „Süddeutscher Zeitung“ soll eine Verlängerung derzeit „mehr als unsicher“ sein – so habe es ein Insider aus der Vermietergesellschaft dem Blatt gesagt.
Das hätte weitreichende Folgen: Das Haus ist nach den Schließungen der Filialen am Stachus und am Hauptbahnhof das einzige noch verbliebene Kaufhaus mit Vollsortiment und Lebensmittelabteilung in der Münchner Innenstadt. Formal läuft der Mietvertrag zwischen der „Roman-Mayr-Haus“ Immobilienverwaltungs-GmbH und dem Metro-Konzern, der das Haus seinerseits an Galeria untervermietet haben soll. Die Gespräche über eine Anschlussregelung sollen festgefahren sein.
Galeria am Marienplatz: Grundstück 300 Millionen Euro wert
Beide Seiten träfen dem Bericht zufolge auf grundlegend verschiedene Vorstellungen – unter anderem darüber, was Galeria künftig zu zahlen bereit wäre: Der Konzern soll auf eine Absenkung der bisherigen Jahresmiete von rund sieben Millionen Euro dringen. Eine Sprecherin von Galeria wollte laufende Verhandlungen nicht kommentieren, aus Konzernkreisen heiße es jedoch, man werde „unseren wichtigsten Standort“ nicht aufgeben.
Größter Anteilseigner der Vermietergesellschaft soll die Doblinger-Unternehmensgruppe sein – die erst kürzlich 77 Prozent am gegenüberliegenden Kaufhaus Ludwig Beck übernommen hat. Dass der Galeria-Konzern bundesweit mit erheblichen Finanzproblemen kämpft, dürfte das Interesse der Eigentümer an einem neuen Mietvertrag dem Bericht zufolge nicht gerade befördern. Das Grundstück selbst gilt als außerordentlich wertvoll; der rechnerische Marktwert soll bei knapp 300 Millionen Euro liegen.
Sollte Galeria tatsächlich ausziehen, könnten die Eigentümer das Gebäude einer anderen Nutzung zuführen. Im Gespräch sei laut „SZ“ ein Konzept, das Handelsnutzung im Erdgeschossbereich mit Büros und Praxen in den oberen Etagen verbinde. Zu endgültigen Entscheidungen sei es bislang nicht gekommen; offizielle Stellungnahmen der Beteiligten gebe es nicht.











