Weniger KI, mehr Kontrolle
Microsoft kündigt Kurswechsel bei Windows 11 an
23.03.2026 – 17:46 UhrLesedauer: 3 Min.
Microsoft will KI-Funktionen in Windows 11 zurückfahren und gibt Nutzern mehr Kontrolle über Updates. Auch die Taskleiste bekommt eine lang vermisste Option.
Microsoft hat umfangreiche Änderungen an Windows 11 angekündigt und damit auf wachsende Kritik an der KI-Strategie des Konzerns reagiert. In einem Blogbeitrag wandte sich Pavan Davuluri, bei Microsoft verantwortlich für den Bereich Windows und Geräte, direkt an die Teilnehmer des Windows-Insider-Programms.
Er und sein Team hätten in den vergangenen Monaten viel Feedback ausgewertet, schrieb Davuluri. Dabei sei deutlich geworden, dass viele Nutzer sich ein besseres System wünschten.
Erste Änderungen sollen demnach noch im März und im April in neuen Vorabversionen für Insider bereitgestellt werden. Wann die Neuerungen in die regulären Updates für alle Nutzer einfließen, steht nicht fest.
Zu den auffälligsten Maßnahmen gehört der Rückbau der KI-Integration. Microsoft will seinen Assistenten Copilot aus mehreren Anwendungen entfernen, darunter der Texteditor Notepad, das Screenshot-Werkzeug Snipping Tool, die Foto-Anzeige und die Widgets. Das Unternehmen achte künftig bewusster darauf, „wie und wo Copilot in Windows integriert wird“, schrieb Davuluri. Man wolle sich auf KI-Funktionen konzentrieren, die „wirklich nützlich“ seien.
Noch im November 2025 hatte Davuluri angekündigt, Windows zu einem sogenannten agentischen Betriebssystem weiterentwickeln zu wollen – also zu einem System, in dem KI eigenständig Aufgaben für den Nutzer übernimmt. Laut einem Bericht von „Windows Central“ hat Microsoft diese Pläne inzwischen stillschweigend auf Eis gelegt. Auch die KI-gestützte Aufzeichnungsfunktion Windows Recall für Copilot+-Rechner hat der Konzern bereits um mehr als ein Jahr verschoben.
Auch beim Thema Updates verspricht Microsoft Verbesserungen. Der Aktualisierungsprozess soll in Zukunft weniger den Arbeitsfluss unterbrechen. Nutzer sollen Updates bei der Einrichtung eines neuen Geräts überspringen können, um schneller zum Desktop zu gelangen. Zudem soll es möglich werden, den Rechner neu zu starten oder herunterzufahren, ohne dabei ein Update zu installieren. Auch die Zahl der erzwungenen Neustarts und automatischen Benachrichtigungen will Microsoft verringern. Updates sollen sich laut Davuluri zudem länger als bisher pausieren lassen.
Eine Funktion, die Microsoft mit der Einführung von Windows 11 abgeschafft hatte, kehrt zurück: die freie Positionierung der Taskleiste. Nutzer sollen die Leiste künftig nicht nur am unteren Bildschirmrand, sondern auch oben, links oder rechts platzieren können. Bei anderen Betriebssystemen ist das seit Langem Standard. Gerade bei besonders breiten Bildschirmen im 21:9-Format oder bei Hochkant-Monitoren kann eine seitliche Taskleiste sinnvoll sein. Davuluri bezeichnete die Neupositionierung als eine der meistgewünschten Änderungen seitens der Nutzer.
Der Datei-Explorer, eine der am häufigsten genutzten Funktionen in Windows, soll laut Microsoft schneller starten, flüssiger reagieren und weniger flackern. Auch die Navigation und das Kopieren großer Dateien sollen zuverlässiger ablaufen.












