Michaela May über den Tod ihrer drei Geschwister
„Es war unerklärlich, wie so etwas passieren kann“
Aktualisiert am 25.06.2026 – 12:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Binnen weniger Jahre verlor Michaela May drei Geschwister. Jetzt spricht die Schauspielerin darüber, wie sie trotzdem positiv durchs Leben geht.
In den Jahren 1974, 1977 und 1980 starben zwei Brüder und eine Schwester von Michaela May. Diese Verluste hat der ARD-Star nie überwunden. Dennoch lernte May, damit umzugehen, um ihr Leben zu lieben. Über ihre Erfahrungen hat sie nun in dem Podcast „Bayern Gemeinsam Stark“ gesprochen.
„Man trägt den Schmerz des Verlustes sowieso sein Leben lang in sich, aber man darf ihn nicht überhandnehmen lassen über das, was in der Gegenwart passiert“, erklärte die 74-Jährige. Sonst würde man den Blick für die schönen Dinge im Leben verlieren.
- „Sehnsucht nach körperlicher Liebe bleibt“: Michaela May spricht über Intimität nach 20 Jahren Ehe
May verlor alle drei Geschwister durch Suizid. Sie litten an Depressionen, in der Familie sei darüber kaum gesprochen worden. „Das war damals einfach auch schwer und unerklärlich, wie so was passieren kann“, so May. Depressionen und seelische Schwierigkeiten seien zu dieser Zeit noch ganz anders behandelt worden.
Damals habe man eher versucht, sehr simple Antworten zu finden. „Der Psychologe, der bei uns zu Hause war, hat gesagt, mein Bruder hätte wahrscheinlich eine nervliche Belastung, weil er in einem Jahr so viel gewachsen ist. Darum sind die Nerven nicht mitgewachsen, und darum ist er depressiv geworden“, fasste May zusammen. „Da sieht man, wie wenig weit man damals noch war.“
„Die haben immer nur gesagt, die sind nervenkrank“
Als ihre beiden Brüder starben, sei sie noch klein gewesen. Ihre Eltern hätten versucht, sie und ihre Schwester von all dem fernzuhalten und sie nicht mit ihren Sorgen zu belasten. „Die haben immer nur gesagt, die sind nervenkrank“, so May. Beim Tod ihrer Schwester sei sie dann schon älter und gerade mit ihrem ersten Kind schwanger gewesen. Zur Beerdigung ging sie damals nicht, aus Angst, ihr ungeborenes Kind könnte Schaden durch ihre eigenen Ängste und ihren Kummer nehmen.
Heute könne sie verstehen, wie belastend das alles für ihre Eltern gewesen sein muss. May ist selbst Mutter von zwei Kindern. Ihre Eltern seien immer sehr gläubig gewesen und hätten in ihrem Gottvertrauen Antworten gefunden. Für sie treffe das nicht zu. „Für mich ist es eigentlich viel schwieriger, weil ich nicht glaube, dass ich sie wiedersehe“, sagte sie.












