
Der Prozess beginnt
Marius Borg Høiby wird zur Rechenschaft gezogen
Aktualisiert am 03.02.2026 – 08:59 UhrLesedauer: 3 Min.
Er ist das schwarze Schaf der Königsfamilie: Jetzt startet der Prozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit. Alles, was man über den Fall wissen muss.
Für die norwegische Königsfamilie ist der Prozess gegen Marius Borg Høiby der größte Skandal in jüngerer Zeit. Gewalt, Drogen und schwere Sexualdelikte – die Vorwürfe gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit sind heftig und bestimmen seit dem Sommer 2024 die Schlagzeilen. Ab Dienstag muss er sich vor Gericht verantworten.
Marius Borg Høiby ist der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. Der 29-Jährige stammt aus einer früheren – laut norwegischen Medien flüchtigen – Beziehung der Kronprinzessin. Mette-Marit zog ihren Sohn allein auf, bis sie den norwegischen Thronfolger Haakon traf. „Lille Marius“ wurde der Junge mit den hellblonden Haaren bei der Hochzeit der beiden liebevoll genannt. Danach wuchs Marius bei dem Paar auf – mit seinen Halbgeschwistern Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus.
Er gehört zwar zur Königsfamilie, ist aber kein Mitglied des norwegischen Königshauses und somit auch kein Prinz. Er nimmt keine offiziellen Aufgaben wahr. 2017 begann er ein BWL-Studium in den USA, brach es aber gleich wieder ab. Später war er unter anderem Praktikant bei einem Modedesigner, arbeitete als Verkäufer in einem Unternehmen, das eine Party-App entwickelt hat, und als Motorradmechaniker.
Die Liste der Vorwürfe ist lang – und heftig. Der Sohn der Kronprinzessin ist in 38 Punkten angeklagt, unter anderem wegen Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Verstößen gegen Besuchsverbote. Die ersten Vorwürfe waren 2024 laut geworden. Seitdem ist ihre Zahl stetig gewachsen. Zuletzt kamen erst vor einigen Wochen sechs weitere Anklagepunkte hinzu: So soll Marius Borg Høiby etwa 3,5 Kilo Marihuana aufbewahrt und transportiert haben und mehrfach zu schnell Motorrad gefahren sein.
Im Laufe der Ermittlungen wurde der Norweger mehrmals festgenommen und kam zwischenzeitlich sogar in Untersuchungshaft, nachdem neue Vorwürfe zu mehreren mutmaßlichen Sexualdelikten bekannt geworden waren. Im Sommer 2025 wurde schließlich Anklage gegen ihn erhoben. Einen Tag vor Prozessbeginn wurde er dann wegen neuer Vorwürfe erneut in Untersuchungshaft genommen.
Schon im Sommer 2024 gab er zu, unter Alkohol- und Kokaineinfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Dinge in ihrer Wohnung zerstört zu haben. In einer Stellungnahme berichtete er damals von psychischen Problemen und davon, seit Längerem mit Drogenmissbrauch zu kämpfen.











