
Prozessbeginn in Oslo
Marius Borg Høiby ist im Gerichtssaal eingetroffen
Aktualisiert am 03.02.2026 – 09:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Marius Borg Høiby ist unter anderem wegen Vergewaltigung angeklagt. Nun startet sein Gerichtsprozess.
Prozessauftakt im Fall Marius Borg Høiby. Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin muss sich vor Gericht verantworten. Er ist in 38 Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung, Körperverletzung und Drogenvergehen. Høiby soll mehreren seiner Ex-Freundinnen gegenüber gewalttätig und sexuell übergriffig geworden sein. Einige der Taten soll er begangen haben, während die mutmaßlichen Opfer schliefen, er soll sie währenddessen gefilmt haben.
Der Angeklagte war am Sonntagabend zudem wegen weiterer Gewaltvorwürfe von der Polizei festgenommen worden. Gegenstand des Prozesses sind diese vorerst nicht. Die mediale Aufmerksamkeit für den Fall, der nun in Oslo verhandelt wird, ist groß, denn er entscheidet nicht nur über Høibys Zukunft, sondern auch über das Image des norwegischen Königshauses. Am 3. Februar startete das Verfahren.
Der Prozessauftakt war für 9.30 Uhr angezeigt, zwei Minuten nach dem offiziellen Start traf laut der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“ Marius Borg Høiby im Gerichtssaal 250 ein. Er nahm zwischen seinen Verteidigern Ellen Andenaes und Petar Sekulić Platz. Der 29-Jährige trägt eine schwarze Brille und ist mit einem braunen Pullover bekleidet.
Vor Prozessbeginn hatte Staatsanwalt Sturla Henriksbo in einem Gespräch mit „Verdens Gang“ geäußert, dass die neuen Vorwürfe gegen Høiby Gegenstand laufender polizeilicher Ermittlungen seien. Sollten Anklagen erhoben werden, stelle sich die Frage, ob sie in den vorliegenden Fall einbezogen werden sollten.
In dem aktuellen Fall ist nur eines der mutmaßlichen Opfer namentlich bekannt, Hoibys Ex-Freundin Nora Haukland. Sie soll er zwischen 2022 und 2023 körperlich und psychisch misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Hoiby vor, seiner damaligen Partnerin unter anderem mit der Faust ins Gesicht geschlagen und sie gewürgt und getreten zu haben.
„Dies sind sehr schwerwiegende Taten, die bleibende Narben hinterlassen und Leben zerstören können“, erklärte die Anklagebehörde. Henriksbo betonte, Hoiby werde trotz seines Status als Mitglied der Königsfamilie von der Justiz „nicht sanfter oder strenger“ behandelt werden als jeder andere unter ähnlichen Bedingungen.
Marius Borg Høiby stammt aus einer früheren Beziehung der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit und ist damit der Stiefsohn von Thronfolger Haakon. Für die Königsfamilie ist der Prozess ein großer Skandal – zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Denn auch Mette-Marit steht in diesen Tagen wegen ihrer Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut unter Druck.









