
Skandal um norwegisches Königshaus
Mette-Marit besucht Sohn Marius Borg Høiby im Gefängnis
07.02.2026 – 11:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Die vergangenen Tage waren für Norwegens Kronprinzenfamilie von besonderer Schwere. Ein privater Schritt macht deutlich, wie nah ein Strafverfahren inzwischen herangerückt ist.
Am Donnerstagabend fuhr ein dunkler BMW durch das Tor des Osloer Gefängnisses. Auf der Rückbank saßen Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon. Ziel der Fahrt war ein Besuch bei Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby, der sich seit dem vergangenen Wochenende in Untersuchungshaft befindet.
Fotos der norwegischen Zeitschrift „Se og Hør“ zeigen die Ankunft des Fahrzeugs um 19.29 Uhr. Rund eine Stunde später verließ der Wagen das Gelände wieder. Der Besuch gilt bereits jetzt als historisch. Noch nie zuvor hat ein Mitglied der norwegischen Königsfamilie aus privaten Gründen ein Gefängnis betreten.
Zuvor hatte Marius Borg Høiby vor Gericht ausgesagt. Dabei brach er in Tränen aus, als der Staatsanwalt ihn zu seinem Privatleben und zu seinem Drogenkonsum befragte, wie norwegische Medien berichteten. Seine Aussage begann Høiby am Mittwoch. Dabei sagte er: „Ich finde es unglaublich schwierig, vor so vielen Menschen zu sprechen.“ Er muss sich wegen insgesamt 38 Straftaten verantworten, darunter vier Fälle von mutmaßlicher Vergewaltigung. Bei den schwerwiegendsten Anschuldigungen plädiert er auf nicht schuldig.
Der 29-Jährige soll sich am 10. Februar erneut vor Gericht äußern. Insgesamt ist der Prozess auf sieben Wochen angesetzt. Kronprinzessin Mette-Marit teilte mit, eine geplante private Auslandsreise verschoben zu haben. Sie hatte ursprünglich beabsichtigt, zu Beginn des Prozesses zu verreisen. Sie und Haakon wünschen der Verhandlung dennoch nicht beizuwohnen.
Trotz der Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby hält der norwegische Thronfolger zu seinem Ziehsohn: „Wir unterstützen Marius in der Situation, in der er ist“, sagte Haakon dem norwegischen Medium NRK. „Wir kümmern uns um die anderen Kinder, auch auf sie müssen wir aufpassen. Und ich muss mich um die Kronprinzessin kümmern. Und zum Glück kümmert sie sich auch um mich.“ Mette-Marit geht es auch gesundheitlich nicht gut: Sie ist schwer lungenkrank.










