ARD-„Deutschlandtrend“
Merz‘ Beliebtheit fällt auf Rekordtief – Gauck warnt
Aktualisiert am 01.10.2026 – 21:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Nur noch jeder zehnte Deutsche ist mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden. Der frühere Bundespräsident richtet eine eindringliche Warnung an Merz.
Für Kanzler Friedrich Merz geht es im Stimmungstief weiter nach unten. Nur jeder Zehnte (10 Prozent) zeigt sich im ARD-„Deutschlandtrend“ mit der Arbeit des CDU-Politikers zufrieden oder sehr zufrieden. Das ist der niedrigste Wert für einen Kanzler in der Geschichte des „Deutschlandtrends“ seit 1997, wie der WDR mitteilte. Fast neun von zehn Menschen (88 Prozent) äußern sich dagegen weniger oder gar nicht zufrieden. Anfang September hatte Merz noch bei 13 Prozent Zustimmung gefunden.
Für den ARD-„Deutschlandtrend“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch insgesamt 1.303 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland – die Befragung ist damit repräsentativ.
„Deutschlandtrend“: Pistorius trotzt dem Stimmungstief
Auch für die Union liefert die Umfrage wenig Erfreuliches. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU und CSU auf 20 Prozent – das ist ein Punkt weniger als Anfang September. Die AfD läge unverändert bei 27 Prozent. Die Grünen würden mit 16 Prozent vor der SPD mit 13 Prozent landen. Die Linke käme auf 11 Prozent, die FDP mit 4 Prozent nicht über die Fünf-Prozent-Hürde.
- Kanzler in Münster: Merz hält dagegen
- Neuer Tankrabatt: Merz hat es selbst besser gewusst – ein Kommentar
Deutlich höhere Zufriedenheitswerte als der Kanzler erreicht Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Jeder Zweite (50 Prozent) ist mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden. Mit Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist rund ein Drittel (34 Prozent) zufrieden, mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) gut ein Viertel (27 Prozent). Mit Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ist jeder Fünfte zufrieden, mit Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) etwa jeder Sechste.

Gauck: „Dann wäre er ja ein politischer Volltrottel“
Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat Merz unterdessen vor einem Rücktritt gewarnt. „Es wäre wirklich total schädlich“, sagte Gauck dem „Spiegel“. Ein Rückzug des Kanzlers würde das verbliebene Vertrauen besonders bei denjenigen beschädigen, die Merz gewählt hätten: „Da würde ein Restvertrauen schwer leiden und noch mehr minimiert werden.“ Zugleich hielt Gauck Merz vor, zwischen seinen Ankündigungen und seinem politischen Handeln klaffe ein „eklatanter Widerspruch“.
Er sei sicher, dass die Kritik, auch aus den eigenen Reihen, beim Kanzler ankomme und in ihm einen Konflikt auslöse: „Der Kanzler hat jetzt so viel Kritik gehört, dass ich mir gar nichts anderes vorstellen kann als das, was jetzt in seinem Kopf vorgeht.“ Merz wolle dem Land dienen und nutzen, sagte Gauck. Einen Rücktritt des Kanzlers kann sich Gauck nicht vorstellen: „Also wenn er das jetzt machen wollte, dann wäre er ja ein politischer Volltrottel. Das wird er nicht tun. Das geht nicht, das kann man nicht machen.“











