
Kabinett
Mehr Risiko, mehr Rendite – die neuen Altersvorsorgepläne
Aktualisiert am 17.12.2025 – 04:15 UhrLesedauer: 4 Min.
Millionen Bürger haben einen Riester-Vertrag. Dabei gilt der als unflexibel und wenig rentabel. Die Bundesregierung bringt Alternativen an den Start.
Bürgerinnen und Bürger sollen neue Möglichkeiten bekommen, staatlich gefördert fürs Alter vorzusorgen – mit höheren Renditechancen, aber auch höherem Risiko. Das Kabinett will heute Pläne für eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge beschließen. Der Kern: Alternativen zur immer unbeliebteren Riester-Rente.
Eigentlich sollte die private Riester-Rente Bürgern Sicherheit bringen, deren gesetzliche Rente perspektivisch nicht ausreichen wird. Sie wird mit staatlichen Zulagen und Steuervorteilen gefördert. Außerdem sind Anbieter verpflichtet, eingezahlte Beiträge zu 100 Prozent zu garantieren, sodass man kein Risiko eingeht. Doch deswegen sind die Renditechancen auch enorm eingeschränkt. Zugleich fallen hohe Abschluss- und Verwaltungskosten an, die an Versicherungen und Finanzinstitute gehen.
Viele haben sich daher bereits entschieden, nicht weiter in ihre Riester-Verträge einzuzahlen oder sie ganz zu kündigen. Seit 2018 ist die Zahl der Verträge rückläufig. Ende vergangenen Jahres gab es nach Zahlen des Bundesarbeitsministeriums noch knapp unter 15 Millionen – inklusive derjenigen geschätzt 20 bis 25 Prozent, die beitragsfrei gestellt wurden. Die meisten Sparer haben einen klassischen Versicherungsvertrag; Banksparpläne, Investmentfondsverträge und Wohn-Riester sind weniger verbreitet.
Man bekommt mehr Möglichkeiten: Es soll weiterhin eine private Altersvorsorge geben, bei der 100 Prozent der eingezahlten Beiträge garantiert auch ausgezahlt werden. Dazu kommt eine Variante mit 80-prozentiger Garantie. Damit können die Versicherer die Beiträge schon etwas gewinnbringender am Kapitalmarkt anlegen.
Neu eingeführt wird jedoch vor allem ein Altersvorsorgedepot, das hohe Renditen am Kapitalmarkt ermöglicht, aber keine Garantien gibt. Für alle, die wenig Erfahrung am Kapitalmarkt haben und keine individuellen Anlageentscheidungen treffen wollen, soll ein Standardprodukt mit auf 1,5 Prozent gedeckelten Kosten angeboten werden.
Damit können zwei Fonds bespart werden, die der Anbieter festlegt. Einer der Fonds hat ein eher vorsichtiges Profil, der andere geht höhere Risiken ein und hat höhere Renditechancen. In den Jahren vor der Auszahlung wird das angesparte Kapital standardmäßig schrittweise in den risikoärmeren Fonds umgeschichtet.
Sie können entscheiden, ob sie ihren alten Vertrag unverändert behalten, ihn ändern oder ganz in das neue Modell wechseln. Erst einmal besteht für alle Altverträge Bestandsschutz.
Man kann aber auch in ein neues Modell wechseln, ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen. Dabei kann man entscheiden, ob man künftig in ein Altersvorsorgedepot einzahlt oder in ein Garantieprodukt. Es können allerdings Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten anfallen, die laut Finanzministerium gesetzlich gedeckelt werden.
Dritte Möglichkeit wäre, den bestehenden Riester-Vertrag im Konsens mit dem Vertragspartner zu verändern. So könnte man regeln, dass das angesparte Geld nicht als lebenslange Rente ausgezahlt wird, sondern alles schon bis zum 85. Lebensjahr. Vor dem Tod nicht ausgezahltes Vermögen wäre dann vererbbar.











