Mehr Beweglichkeit durch neuen Therapieansatz?

An der Koordination von Bewegung sind nämlich beide Gehirnhälften beteiligt, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Ein Schlaganfall, durch den das Hirngewebe auf einer Seite geschädigt ist, kann daher die Bewegungsfähigkeit beider Hände beeinträchtigen. Bisher gibt es aber keine wissenschaftlich untersuchte Behandlung, die sich nachweislich positiv auf den „guten“ Arm auswirkt.

Dabei sind Menschen, die nach einem Schlaganfall eine schwere einseitige Lähmung haben, schon für kleine alltägliche Verrichtungen wie Anziehen oder Essen auf ihren „guten“ Arm angewiesen. Eine entsprechende Rehabilitation könnte ihre Lebensqualität also verbessern und die Belastung für Pflegende verringern. Daher wollte das Forschungsteam in seiner aktuellen Studie herausfinden, ob ein gezieltes Training des weniger beeinträchtigten Arms nachhaltig dazu beitragen kann.

An der Studie nahmen 53 Menschen teil. Alle hatten bereits wenigstens einen Schlaganfall, der mindestens drei Monate, in einigen Fällen sogar schon viele Jahre zurücklag. Zum Zeitpunkt der Studie konnten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihrer „schlechten“ Hand nichts greifen und loslassen und waren für alltägliche Aufgaben auf ihre „gute“ Hand angewiesen.

Die teilnehmenden Personen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt und erhielten fünf Wochen lang dreimal pro Woche eine Rehabilitationstherapie. 25 kamen in die Behandlungsgruppe, in der ein gezieltes Training für den weniger beeinträchtigten Arm stattfand. Der Rest bildete die Kontrollgruppe, die sich der bewährten Standardbehandlung für den stärker beeinträchtigten Arm unterzog. Die Mitglieder beider Gruppen wurden vor und am Ende der Studie sowie drei Wochen und sechs Monate nach dem Studienende untersucht.

Laut den Studienergebnissen könnte eine entsprechend angepasste Reha-Behandlung die Funktion der weniger beeinträchtigten Hand wiederherstellen oder zumindest deutlich verbessern. Das Forschungsteam möchte nun weiter untersuchen, wie sich das gezielte Training der weniger beeinträchtigten Körperhälfte mit bestehenden Rehabilitationstherapien nach einem Schlaganfall kombinieren lässt, um die Funktionsfähigkeit und damit die Unabhängigkeit der Betroffenen im Alltag zu fördern.

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