Gericht spricht Urteil
Sie wollte einen Flusskrebs retten – und tötete ihn wohl
29.04.2026 – 11:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Frau stürmt in ein Fischrestaurant – und greift beherzt in ein Aquarium. Sie darf das Nobel-Restaurant vorerst nicht mehr betreten.
Eine Frau hat im britischen Weymouth einen Flusskrebs aus einem Restaurant-Aquarium geklaut und in ein Hafenbecken geworfen – wohl, weil sie das Tier für einen Hummer hielt und retten wollte. Bereits Mitte April hat sich ein Gericht mit dem Fall befasst. Die 47-Jährige darf sich dem Restaurant in den nächsten drei Jahren nicht nähern.
Zu besagter Tat kam es bereits im April 2025. Auf Überwachungsbildern des Restaurants, die verschiedenen Medien vorliegen, ist zu sehen, wie die Frau in das Fischrestaurant läuft – und mit sicherem Griff einen Flusskrebs aus einem Aquarium gezogen. Im Anschluss verlässt Emma S. den Laden und schleudert den Krebs in das Hafenbecken. Das Video zeigt, dass ein Restaurantmitarbeiter S. noch aufhalten will. Der Versuch bleibt allerdings ohne Erfolg.
Wie der „Telegraph“ schreibt, äußerte sich S. auf Facebook zu der Aktion – und sprach von einer „Hexenjagd“. Die studierte Meeresbiologin erklärte demnach: „Sie nennen es ‚Sachbeschädigung‘. Ich nenne es einen Ausbruch aus dem Krustentiergefängnis.“
Sie fügte hinzu: „Eine kleine, spontane Geste der Güte – ein winziger, notwendiger Sieg gegen ein System, das unsere Ozeane, unseren Planeten (und letztendlich die Menschheit) inmitten des Klimakollaps und einer Biodiversitätskrise buchstäblich in den Ruin treibt.“
Der Besitzer des Restaurants „Catch at the Old Fish Market“ hat einen etwas anderen Blick auf das Geschehene. Er wirft S. vor, dass sie die Situation vollkommen missverstanden hat. Die Tiere seien nicht zum Verzehr gedacht gewesen – stattdessen ging es um Bildungszwecke. Außerdem soll sie den Flusskrebs fälschlicherweise für einen Hummer gehalten haben.
Er erklärte der BBC: „Flusskrebse sind in diesen Gewässern eine Seltenheit. Die örtlichen Fischer hatten sie gefangen, wir hatten sie in das Aquarium gesetzt, und wenn Eltern mit ihren Kindern in den Fischladen kommen, können sie ungewöhnliche Fische und Schalentiere sehen.“
