Max Giesinger muss üben, für sich selbst einzustehen und will aktuell vor allem eines: ankommen. Was genau das heißt, verrät der Sänger im Gespräch.
Grüne Basecap, Sonnenbrille, EarPods – es ist einer der ersten Sommertage des Jahres und Max Giesinger nimmt t-online per Facetime mit auf seinen Hamburger Balkon. Dort spricht der Sänger über den Rausch des Erfolgs und Dinge, die er in den vergangenen Jahren verpasst hat, über Pausen zum richtigen Zeitpunkt und darüber, warum er sich selbst als „People Pleaser“ bezeichnet – als Mensch, der anderen zu gefallen versucht.
Zur Person
Max Giesinger, geboren 1988 in Waldbronn, ist ein deutscher Sänger, Songwriter und Musikproduzent. Bekannt wurde er 2011 durch seine Teilnahme an der Castingshow „The Voice of Germany“. Der musikalische Durchbruch gelang ihm 2016 mit dem Hit „80 Millionen“, der als Song zur Fußball-EM auf Platz 2 der Charts stieg. Am 5. Juni veröffentlichte er gemeinsam mit dem Schlagerstar Oimara die Single „Großstadt“.
t-online: Herr Giesinger, wie fühlt sich Erfolg an?
Max Giesinger: Es fühlt sich an wie ein Rausch – wochenlang. Letztes Jahr habe ich das größte Konzert meines Lebens gespielt. Ich war Headliner auf dem Festival „Das Fest“ in Karlsruhe. Dort habe ich früher als Teenie große Bands gesehen und dachte immer, wie krass es wäre, einmal selbst dort oben auf der Bühne zu stehen. Dann stand ich da und das Adrenalin hat mich zwei Stunden durchgepeitscht.
Ein wochenlanger Rausch, wie kann man sich den genau vorstellen?
Das Konzert hat mich noch Tage danach krass gepusht, ich flog auf Wolke sieben, war gelöst, erleichtert und happy, dass das alles so gut gelaufen ist. Danach gab‘s dann erst mal einen kleinen Emotionskater. Ich habe kaum Drogenerfahrung, – bis auf ein, zwei Mal Kiffen – aber genau so stelle ich es mir vor, wenn man drei Nächte in Berlin durchfeiert: Man muss die Endorphine, die man auf einen Schlag rausgeschossen hat, erst wieder herstellen.
Mir hilft es immer extrem, Sport zu machen, in der Natur zu sein, mich mit Leuten zu umgeben, die mir Energie geben und das Handy auf Flugmodus zu schalten.
Woher wissen Sie, wann Sie eine Pause von diesem Auf und Ab der Gefühle brauchen?
Ich weiß nicht, ob es darum geht, eine Pause zu brauchen – vielmehr nehme ich mir bewusst Zeit für andere Dinge. Ich liebe das, was ich mache, und freue mich riesig auf die Sommertour dieses Jahr.
Warum dann überhaupt eine Pause?
Die letzten Jahre waren unglaublich intensiv und viele Dinge, von denen ich früher geträumt habe, sind tatsächlich genau so passiert. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich freue mich jetzt aber auch darauf, ein paar anderen Träumen Raum zu schenken, etwa einer Weltreise. Ich war nach dem Abi ein paar Monate in Australien. Das war eine grandiose Zeit. Ich träume schon lange davon, dort wieder hinzufahren.











