Sammer schimpft über deutschen Fußball
„Wir sind Feiglinge geworden“
30.09.2026 – 17:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Unabhängig von der aktuellen Lage der Nationalmannschaft sieht Matthias Sammer ein großes Problem im deutschen Fußball. Seine Hoffnungen setzt er auf einen Weltmeister.
Matthias Sammer hat sich besorgt zur Entwicklung des deutschen Fußballs geäußert. Der frühere Nationalspieler verwies am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion des TV-Senders Sky vor allem auf gesamtgesellschaftliche sowie strukturelle Probleme.
„In Deutschland neigen wir dazu, Dinge zu zerreden. Wir brauchen den Mut, dagegenzuhalten und Dinge zu benennen“, forderte Sammer und legte deutliche Worte nach: „Wir sind nicht mehr mutig, wir sind Feiglinge geworden.“
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Das zeige sich im Fußball bei der Nachwuchsförderung. „In Deutschland brauchen wir einen alters- und entwicklungsgerechten Leistungsaufbau. Nachwuchsarbeit bedeutet Individualisierung, denn es kommen immer einzelne Spieler nach oben“, sagte der 59-Jährige. „Das Thema muss in Deutschland wieder benannt werden.“
Eine Herangehensweise in der Ausbildung junger Spieler missfällt Sammer ganz besonders. „Deutschland sagt: Wir müssen die Stärken stärken. Das ist völlig falsch“, ärgerte sich der Ex-Nationalspieler. Seine Erklärung: „Die Schwächen zu schwächen, bringt die größten Schritte. Ihre Stärken wenden die Spieler ohnehin im Alltäglichen an.“
Sammer wartet „sehnsüchtig auf Per Mertesacker“
Großen Nachholbedarf sieht er etwa im Dribbling, in den Eins-gegen-eins-Fähigkeiten der Spieler. Im Zuge der Anpassungen dürfe der deutsche Fußball aber nicht die Ansätze von Spanien oder Frankreich kopieren. „Die beste Kopie ist immer noch schlechter als das Original“, warnte Sammer. „Wir können auf andere Länder schauen, aber wir sollten selbstbewusst genug sein, um Dinge festzulegen.“
Große Hoffnungen setzt der 59-Jährige dabei auf einen ehemaligen Weltmeister. „Ich warte sehnsüchtig auf Per Mertesacker“, sagte Sammer. Der frühere Abwehrspieler übernimmt am 1. Januar 2027 den Posten des Geschäftsführers Sport beim DFB. Als Nachfolger von Andreas Rettig soll er dann die Bereiche Nationalmannschaften und Akademie verantworten.












