„Verdammt, ich lieb‘ dich …“
Matthias Reim klaut bei sich selbst für sein neues Album
15.09.2026 – 05:02 UhrLesedauer: 3 Min.
Reim blickt auf seinem neuen Album zurück auf die Anfänge seiner Karriere. Seine Topur läuft besser als erwartet. Privat trennt er sich von einigem Ballast.
Eine Katze soll neun Leben haben – wie viele hat Matthias Reim? Sein Rockstarleben beginnt vor mehr als 35 Jahren mit dem Hit „Verdammt, ich lieb‘ dich“. Jahre später folgt der Absturz: Schulden, Insolvenz. Doch Reim kommt 2010 zurück – und das mit Erfolg. Nun schaut er auf seinem neuen Album „Flashback“ noch einmal dorthin zurück, wo alles begann.
Für die Platte, die an diesem Freitag erscheint, hat Reim tief in seiner Vergangenheit gekramt. Elemente seiner größten Hits tauchen in neuen Kompositionen wieder auf. Die Idee dazu kam aus der Familie. Sein Sohn Julian habe sich alte Songs seines Vaters angehört, berichtet der Sänger im Interview der Deutschen Presse-Agentur.
Er habe ihm alte Demos vorgespielt und erzählt, wie damals gearbeitet wurde. Julians Urteil über eine der Aufnahmen sei gewesen: „Papa, das ist furchtbar.“ Reims erster Song, für den man heute ziemlich weit auf YouTube scrollen müsse, habe dem Sohn dagegen sehr gut gefallen. „Das ist eine geile Nummer. Das ist voll dieses Achtziger-Jahre-Ding mit der Story. Mach die doch noch mal.“ Das sei der Ausgangspunkt für das neue Album gewesen.
„Uraltsongs“ kommen auch beim Publikum an
Bei seinen Konzerten habe er erlebt, wie stark die alten Lieder noch immer beim Publikum ankommen würden. Je älter er werde, desto mehr würden die Fans seine „Uraltsongs“ feiern, erzählt er.
Zeilen wie „groß wie ein Planet“ oder „Verdammt, ich lieb‘ dich immer noch“ stammten aus seinem früheren Schaffen. „Ich habe bewusst damit gespielt“, sagt er. Solche Sätze hätten eine „plakative Wirkung“, wenn er seine eigenen Zeilen von vor 35 Jahren heute wieder singe.
Seine Musik ist ein Mix aus Rock und Schlager. Auch auf dem neuen Album. 15 Lieder haben es auf die Platte geschafft. Vier Songs sind schon veröffentlicht worden. Im April erschien mit „Keine Freunde bleiben“ ein Feature mit Ballermann-Star Mia Julia.
Vom Megahit in die Pleite – und wieder zurück
Sein großer Durchbruch kam im Jahr 1990 mit dem Titel „Verdammt, ich lieb‘ dich“. Der Song wird zum Nummer-eins-Hit. Der Erfolg brachte Reim Geld und Ruhm.
Auf den Höhenflug folgten finanzielle Probleme. Reim geriet in Schulden und musste 2006 Insolvenz anmelden, kämpfte sich aber ein paar Jahre später zurück und veröffentlichte neue Musik. Dem Schlagerstar gelang das Comeback. Heute füllt er wieder große Hallen.
Beim Interview zu der neuen Platte zeigt sich der Musiker entspannt. Doch die vergangenen Wochen waren alles andere als erholsam für ihn. Seine Tour zum 35. Jahrestag von „Verdammt, ich lieb‘ dich“ ist so erfolgreich, dass sie ihm beinahe zu viel geworden ist. Andere Projekte liegen auf Eis, weil die Zeit fehlt.












