Versteckt im Gestein
Mars-Rover macht bedeutsame Entdeckung
25.06.2026 – 17:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Forscher haben auf dem Mars in zwei Gesteinsproben komplexe organische Moleküle entdeckt. Ist das der bisher stärkste Hinweis auf urzeitliche Mikroben?
Wissenschaftler haben in zwei Schlammsteinen auf dem Mars komplexe organische Kohlenstoffverbindungen nachgewiesen – und das in bisher unerreichter Dichte. Die Funde stammen vom Nasa-Rover „Perseverance“, der das Gebiet seit seiner Landung 2021 systematisch erkundet.
Für die Forschung ist das bedeutsam: Makromolekularer Kohlenstoff gilt auf der Erde als einer der wenigen organischen Überreste, die in sehr alten Gesteinen erhalten bleiben – oft als einziger Hinweis auf einstiges mikrobielles Leben. Das Planetary Science Institute und das Jet Propulsion Laboratory der Nasa haben die Ergebnisse am 24. Juni im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlicht.
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Die Entdeckung reiht sich in einen wachsenden Fundus an Hinweisen ein: Vor einiger Zeit hatte „Perseverance“ am selben Ort einen Stein mit auffälligen „Leopardenflecken“ gefunden. Das sind Markierungen, die auf der Erde typischerweise durch mikrobielles Leben entstehen.
Früherer Mars könnte Erde geähnelt haben
Kohlenstoff ist der primäre Baustein allen Lebens auf der Erde. Dass er nun in makromolekularer, also großmolekularer Form in Marsgestein nachgewiesen wurde, ist laut den Forschern bedeutsam.
Dem Portal „space.com“ erklärte Ashley Murphy, eine der Wissenschaftlerinnen am Planetary Science Institute: „Da der frühe Mars der Erde möglicherweise ähnlich war, ist zu erwarten, dass wir auch in alten Marsgesteinen makromolekularen Kohlenstoff finden werden. Deshalb suchen wir auf dem Mars und anderen Himmelskörpern nach diesen organischen Molekülen, um festzustellen, ob dort jemals die notwendigen chemischen Bausteine und Umweltbedingungen vorhanden waren, die Leben ermöglichen.“
Die beiden untersuchten Schlammsteine unterscheiden sich dabei leicht: In einem ist der Kohlenstoff vorwiegend mit Silikatmineralen, im anderen mit Karbonaten und Sulfaten vermischt. Auffällig ist außerdem, dass der Kohlenstoff in beiden Proben weitgehend intakt ist, was darauf hindeuten könnte, dass er entweder widerstandsfähig gegen Strahlung und Oxidation ist oder erst kürzlich an der Marsoberfläche freigelegt wurde.
Kein Beweis, aber ein starkes Signal
Trotz der Tragweite des Fundes üben sich die Forscher in Zurückhaltung. Das Messinstrument Sherloc („Scanning Habitable Environments with Raman and Luminescence for Organics and Chemicals“), das mit Lasern die chemische und mineralische Zusammensetzung von Gestein analysiert, sei nicht dafür ausgelegt, zwischen biologischen und nichtbiologischen Prozessen zu unterscheiden.
Der Kohlenstoff könnte auch durch Meteoriteneinschläge auf den Mars gelangt oder durch hydrothermale geologische Prozesse entstanden sein. Eine abschließende Antwort auf die Frage, ob auf dem Mars einst Leben existierte, könnte also erst eine direkte Laboranalyse auf der Erde liefern.











