Auf und neben dem Platz ein Genie
WM-Shootingstar studiert Mathematik
19.06.2026 – 16:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Im WM-Gruppenspiel gegen Brasilien zeigte Ayyoub Bouaddi, was er am Ball kann. Doch das ist nicht sein einziges Talent.
Während andere in seinem Alter noch zur Schule gehen, hat der marokkanische Senkrechtstarter Ayyoub Bouaddi bereits sein erstes WM-Spiel bestritten. In der Partie gegen Brasilien (1:1) erregte der 18-Jährige mit seiner Leistung international Aufsehen und stahl allen auf dem Feld die Show. Auch abseits des Platzes ist Bouaddi eine ungewöhnliche Erscheinung: Der Mittelfeldmann studiert Mathematik.
„Ich wollte weiter studieren, weil ich so meine Freizeit zum Lernen nutzen kann“, verriet er in einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“. Das Online-Bachelorstudium helfe ihm auch auf dem Feld. „Wenn du nebenbei lernst, hält das deinen Geist wach. Für mich kann Mathe helfen, das Spiel schneller zu verstehen, vor allem taktisch.“
Das Wunderkind aus Frankreich
Bouaddi wuchs in Creil im Norden Frankreichs auf, bevor er mit 14 Jahren in die Jugendakademie vom OSC Lille wechselte. Bereits mit 16 Jahren schloss er sein Abitur mit der Note „sehr gut“ ab und gewann ein Jahr zuvor den Redekunstwettbewerb der Ausbildungszentren im Élysée-Palast.
„Er war eigentlich allen voraus. Seine Schulzeugnisse waren tadellos. Seine Hausaufgaben erledigte er in einer Stunde“, so Georges Tournay, Leiter eines regionalen Nachwuchsleistungszentrums in Frankreich. Auf dem Spielfeld überzeugt er ebenfalls mit herausragenden Leistungen. Sein Debüt in der Conference League gab er mit 16 Jahren, und an seinem 17. Geburtstag zeigte er sein Können gegen Real Madrid in der Champions League.

Dass der Überflieger überhaupt für die Nationalmannschaft Marokkos aufläuft, ist keine Selbstverständlichkeit, wie der Trainer Mohamed Ouahbi nach dem ersten Gruppenspiel offenlegte: „Wir mussten ihn mehrmals überzeugen, für Marokko zu spielen“, gab er zu. Schließlich hätte er sich auch für Frankreich entscheiden können.
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