„Absurd und unvernünftig“
Marius Borg Høiby kritisiert Richter für Entscheidung
07.05.2026 – 13:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Gericht in Oslo lehnte seinen Antrag auf Fußfessel ab. Nun äußert sich Marius Borg Høiby selbst. Er fühlt sich vom Richter ungerecht behandelt.
Vor dem Osloer Amtsgericht hatte Marius Borg Høiby am Mittwoch eine Erklärung abgegeben. Er wollte darlegen, wie sehr ihn die Untersuchungshaft belastet. Das Gericht lehnte seinen Antrag auf eine Fußfessel nach nur 15 Minuten Beratung. Kurz darauf hat sich der 29-Jährige in einem Kommentar in der norwegischen Zeitung „Nettavisen“ zu Wort gemeldet.
Seinen Text in der norwegischen Zeitung beginnt Høiby mit den Worten: „Ich stelle heute fest, dass ich im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung keine Rechtssicherheit genieße, die dem norwegischen Standard entspricht.“
Im weiteren Verlauf ging er auf die Umstände ein, unter denen Høiby seine Erklärung abgegeben hatte: „Dies geschah vor einem voll besetzten Saal mit Presse, die jedes gesprochene Wort zitierte. Dies fällt mir offensichtlich schwer und ist eine große psychische Belastung. Auf diese Weise aufzutreten, um über Dinge zu sprechen, die für die meisten als sehr privat gelten würden, ist schrecklich.“
Dem Richter warf er vor, die Entscheidung bereits vor seiner Aussage getroffen zu haben: „All dies habe ich durchgemacht, ohne in irgendeinem Punkt gehört zu werden. Für mich scheint es offensichtlich, dass der Richter seine Entscheidung bereits getroffen hatte, bevor ich sagen konnte, was ich sagen wollte.“
Im Gerichtssaal hatte Høiby erklärt, die Isolation im Gefängnis belaste ihn körperlich und psychisch, unter anderem durch Schlafprobleme und fehlenden sozialen Kontakt. Zudem verwies er auf erschwerte Familienbesuche wegen der gesundheitlichen Situation naher Angehöriger sowie auf die schlechte Luftqualität im Gefängnis. Namen nannte er dabei nicht.
Dass der Richter in seiner Entscheidung dennoch explizit seine Mutter erwähnte, störte ihn: „Während der heutigen Gerichtsverhandlung äußerte ich, dass ich Zeit mit einem Familienmitglied verbringen wollte, das an einer schweren Krankheit leidet. Dass der Richter betont, dass es sich dabei um meine Mutter handelt, halte ich für eine unnötige Präzisierung“, schrieb er. Kronprinzessin Mette-Marit leidet seit Jahren an der chronischen Lungenkrankheit Lungenfibrose, die sich zuletzt weiter verschlechtert hat.
Auch den vom Richter genannten Grund für die Ablehnung des Fußfessel-Antrags kritisierte Høiby. Das Gericht sah Wiederholungsgefahr bei Verstößen gegen ein Kontaktverbot mit seiner Ex-Partnerin und befürchtete, Høiby könnte telefonisch oder online Kontakt zu ihr aufnehmen. Dazu schrieb er: „Das ist so absurd und unvernünftig, dass es keine Worte in meinem Wortschatz gibt, um meine Frustration auszudrücken.“ Er betonte zudem, der Kontakt sei in der Vergangenheit stets von seiner Ex-Partnerin ausgegangen, und er würde sich strikt an die Auflagen halten.











