
70-mal auf junge Frau eingestochen
Mutter zu Angriff auf Tochter: „Ich hörte einen schlimmen Schrei“
22.01.2026 – 17:34 UhrLesedauer: 4 Min.

In Berlin wird eine 20-Jährige mit Dutzenden Messerstichen verletzt. Ihre Mutter versucht, ihr zu helfen, und wird ebenfalls attackiert. Nun hat die 52-Jährige vor Gericht als Zeugin ausgesagt.
Im Fall des 19-jährigen Ricardo M., der in Berlin wahllos auf eine 20-Jährige eingestochen haben soll, hat am Donnerstagmittag die Mutter des Opfers ausgesagt. Sie eilte ihrer Tochter bei dem Angriff in Friedrichsfelde zu Hilfe und soll selbst von dem Mann attackiert worden sein. Im Beisein einer psychosozialen Therapeutin beschreibt sie im Kriminalgericht Moabit, wie genau die mutmaßliche Attacke ablief und welche Folgen diese bis heute für sie und ihre Tochter hat.
Zuerst erzählt die 52-jährige Mutter des Opfers, was am Vorabend (31. Mai 2025) der mutmaßlichen Tat passiert sein soll: Sie sei mit ihrem Sohn, ihrer Tochter und deren Freund in ihrer Wohnung gewesen. Dort hätten sich die Tochter und deren Freund gestritten. Kurze Zeit später, am frühen Morgen des 1. Juni 2025, sei der Freund gegangen – und ihre Tochter hinterher. Die 20-Jährige habe schauen wollen, ob sie ihren Freund noch einholen kann.
Von draußen habe die Mutter im weiteren Verlauf ein lautes „Nein“ gehört. Sie habe sich zunächst nichts Schlimmes dabei gedacht und angenommen, die Tochter streite mit ihrem Freund. Kurze Zeit später habe die 52-Jährige erneut Lärm wahrgenommen: „Ich hörte einen ganz schlimmen Schrei“, sagt sie. Sie muss ihre Aussage daraufhin kurzzeitig abbrechen und Wasser trinken.
Nach dem Schrei sei sie in Schlafsachen nach draußen geeilt, führt sie weiter aus. Rund 200 Meter von der Wohnung entfernt habe sie zwei Menschen im Gebüsch gesehen. Die Situation habe sie zunächst nicht einordnen können. Dann habe sie ihre Tochter erkannt und gesehen, dass es sich bei der anderen Person nicht um den Freund ihrer Tochter handelte.
Sie habe den unbekannten Mann von ihrer Tochter heruntergerissen und „beherzt zugegriffen“, sagt sie weiter. „Wer bist du?“, habe sie ihn anschließend gefragt. Die lebensgefährlichen Verletzungen ihrer Tochter durch die mehr als 70 Messerstiche habe sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrgenommen.











