Mordkommission ermittelt
Mann durch Schüsse lebensgefährlich verletzt – Täter auf der Flucht
Aktualisiert am 05.05.2026 – 10:36 UhrLesedauer: 2 Min.
In der Nacht zu Dienstag fallen Schüsse in Berlin. Ein Mann muss notoperiert werden. Der Täter ist noch nicht gefasst.
Auf der Yorckstraße in Berlin-Schöneberg ist in der Nacht zu Dienstag ein Mann angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Der 44-Jährige musste nach dem Angriff notoperiert werden, wie die Polizei mitteilte. Zum Zustand des Mannes nach dem Eingriff lagen der Polizei am Dienstagvormittag noch keine Erkenntnisse vor.
Nach Angaben eines Reporters vor Ort soll mindestens fünfmal auf das Opfer geschossen worden sein. Der oder die Tatverdächtigen flüchteten nach der Tat.
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Die Polizei leitete umgehend eine Fahndung ein und suchte mit einem Hubschrauber den nahegelegenen Park am Gleisdreieck aus der Luft ab, zunächst ohne Erfolg.
Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei machte zunächst keine Angaben zu den Hintergründen der Tat.
Im vergangenen Jahr zählte die Polizei insgesamt 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch in Berlin – in 515 davon wurde tatsächlich geschossen. Das entspricht einem Anstieg von 68 Prozent gegenüber 2024. Laut Polizei handelt es sich bei solchen Fällen häufig um Erpressungen von Geschäftsleuten sowie Revierkämpfe und Auseinandersetzungen im Bereich der organisierten Kriminalität.
Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin, ordnete die Entwicklung mit Blick auf das allgemeine Berliner Lagebild ein: „Dass in Berlin in einer Nacht scharf geschossen wird, ist jetzt sicher keine große Besonderheit mehr. Es darf aber niemals einfach so als Normalität hingenommen werden, denn wir reden über die Gefährdung von Menschenleben.“
Jendro sprach von einer „Durchbewaffnung auf unseren Straßen“. Eine Menge Personen sei bereit, andere selbst ohne großen Hintergrund oder Vorgeschichte über den Haufen zu schießen. „Fünf Schüsse sind keine Warnung, das ist pure Tötungsabsicht“, sagte er. Manchmal gehe es bei den Schießereien um Geschäfte, manchmal um verletzte Ehre.
Die vielen Verletzten durch Messerstiche und Schüsse seien eine extreme Belastung für unser Gesundheitssystem und so für unsere komplette Gesellschaft. „Letztlich werden alle Kosten durch die Krankenkassenbeiträge aller Menschen bezahlt“, so der Sprecher.











