
Wie im Hollywood-Film
Freiflüge: Mann gab sich als Pilot aus
23.01.2026 – 03:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Er war nur Flugbegleiter, gab sich bei Flugbuchungen aber als Pilot aus. Jetzt muss sich ein Kanadier vor Gericht in den USA verantworten.
Ein Mann aus Toronto hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft über Jahre hinweg als Pilot ausgegeben und so Hunderte kostenlose Flüge erhalten. Die Behörden auf Hawaii haben mitgeteilt, dass der 33-jährige Dallas Pokornik wegen Überweisungsbetrugs angeklagt worden ist. Der Fall hat Vergleiche mit dem Film „Catch Me If You Can“ ausgelöst, weil auch darin ein Hochstapler mit falschen Identitäten Fluggesellschaften täuscht.
Fluggesellschaften bieten Mitarbeitern sowie Beschäftigten anderer Airlines üblicherweise Standby-Tickets an, um Personal flexibel einsetzen zu können. Nach Gerichtsunterlagen arbeitete Pokornik von 2017 bis 2019 als Flugbegleiter bei einer Fluggesellschaft mit Sitz in Toronto. Danach habe er einen Mitarbeiterausweis dieses Unternehmens genutzt, obwohl er gewusst habe, dass dieser betrügerisch eingesetzt wurde.
Das betroffene Unternehmen erklärte, es könne keine Angaben zu dem Fall verifizieren. In einem Fall soll Pokornik zudem einen Sitz im Cockpit beantragt haben, der normalerweise nur dienstfreien Piloten vorbehalten ist. Dafür habe er weder eine Pilotenlizenz besessen noch die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt.
Wie es ihm gelang, sich Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Branche als Mitarbeiter auszugeben, ist unklar. Üblicherweise müssen Beschäftigte einen Ausweis vorlegen, der mit einer Datenbank verknüpft ist und ihre Identität bestätigt. Nach Angaben einer Flugbegleiterin gelten jedoch lockerere Regeln, wenn angebliche Mitarbeiter privat reisen.
Pokornik wurde am 2. Oktober angeklagt, später in Panama festgenommen und an die USA ausgeliefert. Das Justizministerium teilte mit, dass die Ermittlungen gemeinsam mit dem Heimatschutzministerium und dem US-Marshal-Dienst geführt werden. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar.











