
Ab wann und wie lange eine Person mit Mandelentzündung ansteckend ist, hängt unter anderem vom jeweiligen Erreger ab.
Den Zeitraum zwischen der Ansteckung und den ersten Beschwerden bezeichnen Fachleute als Inkubationszeit. Wie lang die Inkubationszeit bei einer Mandelentzündung ist, hängt vom jeweiligen Erreger ab. Sind Bakterien wie Streptokokken die Ursache, beträgt sie ein bis drei Tage.
Symptome einer akuten Mandelentzündung
Die Beschwerden bei einer akuten Mandelentzündung setzen oft plötzlich ein. Erkrankte bemerken Symptome wie:
- Halsschmerzen
- geschwollene, rote Mandeln, auf denen eitrige Beläge zu sehen sein können
- Probleme beim Schlucken
- geschwollene, schmerzende Lymphknoten am Hals
- Fieber über 38 Grad
Häufig sind nicht nur die Mandeln entzündet. Auch der Rachen kann betroffen sein. Fachleute sprechen bei einer Rachenentzündung von einer Pharyngitis.
Mögliche weitere Symptome einer Mandelentzündung sind Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Mundgeruch kann ein weiteres Begleitsymptom sein.
Je nachdem, welcher Erreger hinter der Mandelentzündung steckt, können andere Symptome hinzukommen. Bei einer viralen Infektion können das typische Beschwerden einer Erkältung sein – etwa Schnupfen oder Husten.
Allein anhand der Symptome lässt sich nicht zweifelsfrei beurteilen, ob Viren oder Bakterien die Ursache einer Mandelentzündung sind. Bakterielle Infektionen gehen zwar meist mit eitrigen Belägen und hohem Fieber einher – aber auch Viren können solche Symptome hervorrufen.
Akute Mandelentzündung ohne Fieber und Schmerzen?
Manche Personen erkranken an einer akuten Mandelentzündung, ohne Fieber zu haben. Auch eine Mandelentzündung ohne Schmerzen ist möglich. Möglicherweise sind dann nur die Lymphknoten am Hals geschwollen und/oder es sind Beläge auf den Mandeln zu erkennen.
Geschwollene Mandeln ohne Fieber und Schmerzen können aber auch andere Ursachen haben. Dazu zählen zum Beispiel vergrößerte Rachenmandeln. Diese müssen nur behandelt werden, wenn sie Beschwerden verursachen.
Eine Mandelentzündung kann sich bei Kindern etwas anders äußern als bei Erwachsenen. Kleine Kinder klagen häufiger über Bauchschmerzen oder Übelkeit. Manchmal müssen sie sich übergeben. Aufgrund der Schmerzen beim Schlucken wollen sie meist nichts essen. Kopfschmerzen und ein schweres Krankheitsgefühl sind weitere mögliche Symptome bei Kindern.
Eine Mandelentzündung führt nur selten zu Komplikationen. Eine davon ist der sogenannte Peritonsillarabszess.
Ein Peritonsillarabszess ist eine Eiteransammlung im Bereich der Mandeln, die als Folge einer bakteriellen Mandelentzündung entstehen kann. Er muss in jedem Fall ärztlich behandelt werden, denn die Entzündung kann sich immer weiter ausbreiten. Geraten die Erreger in die Blutbahn, kann eine Sepsis („Blutvergiftung“) entstehen. Welche Anzeichen auf eine Blutvergiftung hinweisen, erfahren Sie hier.
Mögliche Symptome eines Peritonsillarabszesses sind sehr starke Halsschmerzen auf einer Seite, Schluckbeschwerden, Fieber, (oft einseitige) Ohrenschmerzen und das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben. Betroffene haben Probleme, den Mund zu öffnen.
Eine weitere sehr selten auftretende Komplikation ist das rheumatische Fieber, das bei einer Mandelentzündung durch Streptokokken entstehen kann. Dabei sind Gelenke, Herzmuskel und Herzklappen entzündet. Ebenfalls sehr selten kommt es im Rahmen einer Tonsillitis zu einer Nierenbeckenentzündung. Auch eine Mittelohrentzündung ist eine mögliche Folge.











