Ein Risiko für Borreliose besteht vor allem im Frühjahr und Sommer, denn Zecken werden erst bei etwa 7 Grad Celsius aktiv. Allerdings trägt höchstens etwa ein Drittel aller Zecken Borrelien in sich – in manchen Regionen sind es auch deutlich weniger. Grundsätzlich sind Zecken in Wald- und Wiesenlandschaften anzutreffen, sie lauern in Büschen und im Gras.
Infektionsverlauf
Wenn ein Zeckenstich zur Borreliose führt, macht diese sich frühestens nach drei Tagen durch erste Symptome bemerkbar. Meist vergehen zwischen Stich und Krankheitsbeginn ein bis zwei Wochen, selten vier Wochen. Bei rechtzeitiger Behandlung klingt die Infektion rasch wieder ab. Ohne Therapie kann sie binnen einiger Wochen oder Monate auf verschiedene Organe übergreifen, etwa auf Nerven, Gelenke und/oder das Herz.
Ist Borreliose ansteckend?
Nein, Borreliose ist nicht ansteckend. Wer Kontakt zu einer infizierten Person hatte oder hat, muss sich keine Sorgen machen, selbst zu erkranken. Von Tieren, die Borrelien in sich tragen, geht ebenfalls keine Gefahr aus. Die Erreger können nicht direkt auf den Menschen übergehen. Die Übertragung erfolgt über Zecken.
Borreliose: Symptome
Das typische erste Anzeichen der Borreliose ist die Wanderröte. Das ist eine meist mehr als fünf Zentimeter große, ringförmige Hautrötung, die sich frühestens drei Tage nach dem Stich bildet – für gewöhnlich um die Einstichstelle herum, mitunter auch woanders am Körper, beispielsweise am Kopf oder Hals.
Die Wanderröte ist klar von der juckenden Rötung zu unterscheiden, die unmittelbar nach einem Zeckenstich im Bereich der Einstichstelle zu sehen sein kann. Bei dieser harmlosen Rötung handelt es sich um eine akute Hautreaktion auf den Stich, welche meist rasch von selbst abklingt. Die Wanderröte hingegen ist eine Entzündungsreaktion der Haut auf die Borrelien, die sich von der Einstichstelle nach außen hin ausbreiten.
Ein anderes frühes Symptom der Borreliose sind grippeähnliche Beschwerden wie leichtes Fieber und Abgeschlagenheit. Bei manchen Betroffenen äußert sich der Beginn der Erkrankung sowohl durch die Wanderröte als auch durch Grippesymptome.
Unbehandelt kann die Borreliose fortschreiten und auf andere Organe übergehen, zum Beispiel auf das Nervensystem oder die Gelenke, in seltenen Fällen auch auf das Herz. Zudem können sich die Erreger in der Haut ausbreiten, was sich durch größer werdende rote Flecken in verschiedenen Körperregionen zeigen kann.
Ein weiteres mögliches, aber seltenes Hautsymptom der Borreliose ist eine rot-bläuliche, feste, knotenförmige Schwellung an Ohrläppchen, einer Brustwarze oder im Intimbereich. Diese kann bereits in den ersten Wochen auftreten. Im späteren Verlauf der Borreliose können sich dann mehrere solcher Hautknoten entwickeln. Der Fachbegriff dafür lautet Lymphozytome.
